Bgm. Bernd Huber will nicht mehr
Politische Ungewissheit in Pfafflar dauert an

Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2016: Damals stellte sich Bernd Huber der Wiederwahl.
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PFAFFLAR (rei). Ende Juni 2019 hatte Bürgermeister Bernd Huber seinen Rücktritt für November 2019 angekündigt. Jetzt schreiben wir Jänner 2020 und der Bürgermeister von Pfafflar heißt weiterhin Bernd Huber. Wie lange das noch so sein wird, weiß niemand, auch Huber selbst kann kein genaues Datum nennen.

"Die Luft ist draußen"

Turnusmäßig finden die nächsten Gemeinderatswahlen in Tirol im Jahr 2022 statt. Bernd Huber wird dann nicht mehr für das oberste Amt im Ort antreten. Vielleicht ist er dann auch schon längst nicht mehr Bürgermeister, denn eigentlich mag er nicht mehr: "Die Luft ist draußen!", gibt er offen zu.
Weil ihm die Lust abhanden gekommen ist, wollte er eigentlich im Herbst 2019 aufhören. Ende Juni 2019 gab er seinen Rücktritt im Gemeinderat bekannt. Gegenüber der Bezirkshauptmannschaft kündigte er sein Ausscheiden mit Stichtag 1. November 2019 an: "Ich habe mir geschworen, diverse Dinge im Ort noch durchzuführen, bevor ich aufhöre. Daher wollte ich mit November zurücktreten. Das war so nicht möglich - wenn, dann hätte ich nach der Rücktrittserklärung binnen sieben Tagen aufhören müssen."
Das wollte Huber dann wiederum nicht, weil er eben noch bereits angegangene Sachen im Ort zu Ende bringen wollte. Zwischenzeitlich sei ihm auch die Bezirkshauptmannschaft zur Seite gesprungen, "da habe ich viel Unterstützung bekommen", sagt der 39-Jährige, der einst als jüngster Bürgermeister Österreichs für Schlagzeilen sorgte.

Die politische Stimmung in Pfafflar - hier ein Blick auf Bschlabs - ist angespannt.
  • Die politische Stimmung in Pfafflar - hier ein Blick auf Bschlabs - ist angespannt.
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Stimmung im Ort ist getrübt

Jetzt, Anfang 2020, ist Huber noch immer im Amt, ist noch immer dabei, eine Liste an Aufgaben abzuarbeiten und hat noch immer den Wunsch, danach das Amt niederzulegen. "Aber in den nächsten ein bis zwei Monaten passiert diesbezüglich erst einmal nichts", versichert der Gemeindechef. Wie es dann weitergeht, könne er nicht sagen.
Seit seiner Rüchtrittsankündigung habe sich einiges im Ort getan. Aber die Stimmung in Pfafflar ist getrübt: "Ich weiß, viele im Ort hätten mich gerne weg."

Kritik am Gemeindechef

Bernd Huber bläst seit geraumer Zeit ein eisiger Wind entgegen. Ursachen gibt es mehrere. So wird ihm vorgeworfen, sich nicht am Kampf gegen den vielen Motorradverkehr in der Gemeinde zu beteiligen. Ein "heißes" Thema im Ort. Viele Gemeindebürger leiden unter dem Motorradverkehr. Andererseits ist er wirtschaftlich wichtig, speziell für die Gastronomiebetriebe.
Einen anderen Problempunkt spricht Huber selbst an: "Ich habe angefangen, 'Altlasten' aufzuarbeiten. Dabei muss ich leider manchen Leuten im Ort ‘auf die Kappe‘ steigen. Das fällt mir jetzt auf den Kopf."
Viele Dinge würden Jahre, gar Jahrzehnte zurückliegen. Da wurde gebaut oder umgebaut, ohne entsprechende Pläne zu haben. Auch Genehmigungen würden manchmal fehlen. Das gelte es nun zu bereinigen. Auch im gemeindeeigenen Steuerwesen sei nicht immer alles vollständig berechnet worden, daraus würden Nachzahlungen resultieren.
All das komme halt nicht gut an, sei aber notwendig und wichtig für die Gemeinde. "Als Bürgermeister steht man heute überall dazwischen. Das war mir eine Zeit lang egal, aber wenn man dann nicht mehr schlafen kann, und es einem an die Gesundheit geht, denkt man anders."

Wie es weitergeht, ist offen

Einen Zeitplan, wie es weitergeht, kann Bernd Huber nicht nennen. Auch wagt er nicht zu sagen, ob sich ein Nachfolger finden wird. Schon bei den Gemeinderatswahlen 2016 fand sich lange Zeit niemand, der sich für das Bürgermeisteramt zur Verfügung stellte. Dann erklärte sich Bernd Huber bereit, noch eine Periode anzuhängen. 
Ein 'Riesngriß' um das Amt erwartet sich Huber auch diesmal nicht. Aber er geht davon aus, dass sich jemand finden wird. Ist das nicht der Fall, könnte eine Fusion mit einer anderen Gemeinde notwendig werden. Dass es soweit kommt, glaubt der Pfafflarer Bürgermeister aber nicht: "Das ist sicher kein Thema!"

Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2016: Damals stellte sich Bernd Huber der Wiederwahl.
Die politische Stimmung in Pfafflar - hier ein Blick auf Bschlabs - ist angespannt.
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