Schlägerei sorgt für Sicherheitsdebatte

Der Reuttener Gemeinderat tagte in der Volksschule Archbach. Hier kam mit der Schlägerei ein brisantes Thema zur Sprache.
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  • hochgeladen von Günther Reichel

REUTTE (rei). Eine Schlägerei mit mehrern Beteiligten, an einem Sonntag Nachmittag, mitten in Reutte (wir berichteten) - das waren jene "Zutaten", die genau richtig für eine teils hitzig geführte Diskussion rund um die Sicherheit in Reutte waren.
Auch im Gemeinderat kam der Vorfall zur Sprache. Unter dem Punkt "Allfälliges" berichtete Vizebürgermeister Klaus Schimana, was er in Erfahrung gebracht hatte. Er schilderte, dass ihm von Polizei-Seite erklärt wurde, dass es derartiges in Reutte noch nie gegeben habe. 14 Beamten wären im Einsatz gewesen, am Ende hätte die Stimmung gegen diese umgeschlagen. Nachdem die Verletzten abtransportiert waren, habe es sogar Angriffe auf die Polizei gegeben.

ÖVP will Gemeindepolizei

Schimana regte im Gemeinderat an, sich intensiv mit dem Vorfall, ebenso intensiv aber auch mit möglichen Konsequenzen daraus auseinanderzusetzen.  Reuttes Vizebürgermeister kann sich vorstellen, dass man wieder eine Gemeindepolizei einführt. Denn: "Das subjektive Sicherheitsgefühl hat abgenommen. Das ist spürbar!" Schimana hat nun auch Sorge, dass es zu Racheakten unter den Beteiligten kommen könnte.
Um all dem entgegenzuwirken, hat man auf Seiten der ÖVP in aller Kürze ein Punkteprogramm unter dem Arbeitstitel "Zusammen sicher" erarbeitet. "Es geht um Integration und Ausländer", ließ Schimana wissen. "Wir dürfen nicht wegschauen, sondern müssen hinschauen", lautete seine Forderung in Richtung Bürgermeister Luis Oberer.
Der Sprach von einem Ereignis, "das wir nicht haben haben wollen." Doch der Gemeindechef rief dazu auf, am "Boden zu bleiben".

Unterschiedliche Ansichten

Dem Gedanken, aufgrund dieser Schlägerei nun eine Gemeindepolizei einzuführen, kann Oberer nichts abgewinnen: "Wir haben eine Polizei. Die ist zuständig. Es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, solche Vorfälle zu regeln!" Und eine Gemeindepolizei könne da auch nichts tun, denn: "Die hat gar nicht die Kompetenz dazu!"

Die Ereignisse vom 22. April freuen Bgm. Oberer nicht. Dass damit einhergehend nun aber auch  eine Diskussion über jene 100 Flüchtlinge entbrannt ist, die friedlich in der Südtiroler Siedlung untergebracht sind und - wie Oberer versicherte - bislang in keiner Weise negativ in Erscheinung traten - freut ihn ebenso wenig.
Regionaletnwickler und Gemeinderat Günter Salcher forderte dazu auf, bei solchen Ereignissen genau hinzuschauen und nicht alles auf bestimmte Personengruppen zu schieben. Das sei der falsche Weg.

Von Polizeiseite werden noch immer Erhebungen zur Schlägerei am Isserplatz geführt. Ein abschließendes Ergebnis gibt es noch nicht. Oberer: "Ich stehe regelmäßig mit der Polizeiführung und der Bezirkshauptmannschaft in Kontakt. Natürlich werden dabei auch solche Dinge besprochen. Im Fall dieser Schlägerei wissen wir aber noch gar nicht, was der Auslöser war."

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