Leserbrief
Spekulationen bei Tbc bringen uns nicht weiter

Letzte Woche wurde über ein an Tbc erkranktes Rind in Vorarlberg berichtet. Nachdem es keine weiteren infizierten Rinder gab, wurde mitgeteilt, dass die Behörden davon ausgehen, dass es sich auf der Alm im Lechtal angesteckt habe. Etwas einseitig erscheint demjenigen diese Betrachtungsweise, der genau nachfragt. Fakt ist, dass das Rind 2019 im Besitz eines Lechtaler Landwirts war und auf eine Alm im oberen Lechtal aufgetrieben wurde. Wie jedes Rind wurde es acht Wochen nach dem Almabtrieb (Inkubationszeit) im Winter 2019 untersucht und NEGATIV auf Tbc getestet. Deswegen konnte das Tier auch nach Vorarlberg verkauft werden, wo es wiederum über den Sommer gealpt wurde und nun nach dem Schlachten positiv war.

Seit Corona weiß inzwischen jeder, dass solche Tests keine hundertprozentige Sicherheit geben, jedoch scheint es für die Behörden passend, wenn wieder das Rotwild als Schwarzer Peter endet. Gerade in der angespannten Situation im Lechtal wäre es wichtig sachlich zu bleiben und an den Fakten festzuhalten.

Bei so einem sensiblen Thema ist Zusammenarbeit statt Provokation gefragt. Wäre es nicht an der Zeit, Ruhe in die ganze Tbc-Problematik zu bringen, anstatt wieder dieses Thema zu befeuern und einen Keil zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft zu treiben? Hat man den nichts aus den Vorfällen im Winter in Kaisers gelernt…? Vielleicht ist es auch an der Zeit die Forschung zu intensivieren, wie Übertragungswege effektiver unterbrochen werden können, anstatt vorschnelle Querschüsse abzufeuern.

WM Martin Hosp
Stellv. Bezirksjägermeister Bezirk Reutte

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