13.06.2018, 22:54 Uhr

Von Römern und Chorherren

Im Speisesaal des Klosters, dem Refektorium, wurden auch Versammlungen abgehalten

Abwechslungsreiche Ausflugsfahrt des Museumsvereins Reutte führte nach Schwaben

Am Sonntag, den 10. Juni, brach eine gutgelaunte Gruppe zur Fahrt in den malerischen Markt Kellmünz im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm auf. Dieser liegt auf einer Anhöhe und wird auch "Perle des Illertals“ genannt.
Dort lernten die Teilnehmer bei einer unterhaltsamen Führung den archäologischen Park kennen. 300 n. Chr. wurde hier ein römischen Kastells mit bis zu drei Meter breiten Wehrmauern errichtet. Der historische Name "Caelius Mons" (Himmelsberg) erinnert an die Zeiten, als der Grenzwall Limes entlang der Iller und der Donau die Westgrenze des römischen Imperiums bildete. Im Museums-Turm, auf antiken Fundamenten errichtet, sind die Geschichte der römischen Provinz Rätien und die Forschungsergebnisse der Ausgrabungen, darunter ein großer Münzschatz mit 1.308 Münzen, dokumentiert.
Die schöne Kirche St. Martin wurde auf dem Platz einer ehemaligen spätrömischen Aula errichtet. Im Außenbereich markieren Granitwürfel den Verlauf der ehemaligen Mauern und Türme.
Es folgte ein ausgezeichnetes Mittagessen im Garten des nahegelegenen Klostergasthofs Roggenburg und den Teilnehmern blieb noch Zeit, um im Klosterladen einzukehren und in der wunderbaren Gartenanlage zu spazieren, bevor die Führung begann.
Kloster Roggenburg wurde im Jahre 1126 als Prämonstratenser-Kloster gegründet.
Die heutige Pracht der Bauwerke stammt aus dem 18. Jahrhundert, als die gesamte, aus mehreren Baukörpern bestehende Anlage im einheitlich barocken Stil neu errichtet wurde. Seither hat sich am Aussehen der ehemaligen Reichsabtei, trotz Kriegen, Säkularisation im Jahre 1802 und Besetzung, kaum etwas verändert und sie gehört zu den am besten erhaltenen barocken Klöstern in Schwaben.
Bei der Ausgestaltung der zweitürmigen Klosterkirche, erbaut zwischen 1752 – 1758, wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Sie ist ein Musterbeispiel des schwäbischen Rokoko. Die großen Figuren am Hochaltar wurden von Anton Sturm geschaffen und stellen den heiligen Augustinus als Verfasser der Ordensregel und den Ordenspatron Johannes der Täufer dar. Dieser Tiroler Meister, der seine Werkstatt in Füssen betrieb, hat auch viele Werke im Außerfern geschaffen, u.a. die wunderbaren Figurengruppen in der Auferstehungskirche in Breitenwang. Auf der prachtvollen Orgel, genannt „Die große Roggenburgerin“ finden vielbeachtete Orgelkonzerte statt.
Nach 180 Jahren besiedelt seit 1982 ein neuer Konvent die historische Klosteranlage.
Durch die Seelsorge in den Pfarreien, das Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur, den Klostergasthof und Klosterladen wurde Roggenburg erneut ein bedeutender Ort für die ganze Region.

Zufrieden und voller neuer Eindrücke kehrten die Vereinsmitglieder um 18 h wieder nach Reutte zurück.
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