02.12.2017, 10:23 Uhr

Von der Droge zur Medizin

Am Dienstagabend startetet die MiniMed Reihe in eine neue Runde.
Diesmal mit dem Thema „Cannabis in der Medizin- Was steckt dahinter“ vorgetragen von Herr ÄD Prim. Dr. Eugen Ladner, Abteilungsvorstand Anästhesie und Intensivmedizin BKH Reutte.

Cannabis wird heutzutage immer noch fälschlicherweise ausschließlich als Droge und Tabuthema angesehen.
Aber Dr. Eugen Ladner zeigte den vielen interessierten Besuchern, dass hinter dieser Pflanze weit mehr steckt.
Cannabis gilt als älteste Nutz- und Heilpflanze und wurde bereits im 19. Jahrhundert legal als Schmerz- und Schlafmittel eingesetzt. Zwischen 1850 und 1950 war der gebrauch von Cannabis bei Migräne, Rheuma, Epilepsie, Tollwut, Asthma und Schlafstörungen gang und gebe. Erst nach dem zweiten Weltkrieg setzte die UNO die Drogenpolitik ein und Cannabis galt als verboten. Zu unterscheiden sind die verschiedenen Begriffe wie zum Beispiel Hanf, Marihuana und Haschisch.
„Hanf“ ist der deutsche Name für die Pflanzen der Gattung Cannabis.
Als Marihuana oder „Gras“ bezeichnet man die getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze.
Haschisch ist das gesammelte und meist gepresste "Harz".
Marihuana und Haschisch sind in erhitzter Form wie zum Beispiel durch rauchen, oder Kekse backen als Droge untergestuft, denn durch das erhitzen wird der THC Gehalt in der Pflanze aktiv und macht den „Rausch“. 

Cannabinoide in der Medizin

Cannabinoide sind eine Gruppe von Substanzen, die im Pflanzenreich lediglich in Hanf auftreten.
Die Wirkung der Cannabinoide wäre in vielerlei Hinsicht ein nutzvoller Faktor in der Medizin.
In Österreich sind nun drei Präparate legal erhältlich, diese sind „Dronabinol“, „Nabinole, Canemes“ und „Sativex“.
Eine solche Therapie ist erst dann sinnvoll, wenn alle anderen Möglichkeiten der Schulmedizin ausgeschöpft worden sind.
Bei akuten Schmerzen ist das einsetzten von Cannabinoide ungeeignet, wiederum bei chronischen Schmerzen wie zum Beispiel Nervenschmerzen, sehr gut wirksam.
Weiteres zeigen fast alle Statistiken eine Reduktion schmerzhafter Muskelspasmen, Krämpfe, sowie bessere Beweglichkeit.

Auch bei Krebs konnte eindeutig nachgewiesen werden das es gegen Krebswachstum wirkt, allerdings wurde dies lediglich im Labor getestet, daher bestehen bei Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und bei Gehirntumoren nur Empfehlungen aber keine Studien.
Natürlich müssen bestimmte Eigenschaften beim Patienten gegeben sein um diese Therapie überhaupt durchführen zu können. Beispielsweise dürfen keine Patienten mit Herzkrankheiten, bestehenden Psychosen, Panikattacken sowie möglicher Abhängigkeit behandelt werden.
Um eine Behandlung mit Cannabinoide zu erhalten muss dies von einem Arzt in Form eines Rezeptes ausgestellt und Begründet werden, warum genau diese Therapie notwendig ist. Die meisten Ärzte halten davon Abstand, da dies ein sehr mühsames Verfahren ist.
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