12.09.2014, 09:10 Uhr

Beet, Bett, beten, betteln und die drei Bethen

Ehrenberg
Reutte: Ehrenberger Klause | Die Wörter Beet, Bett sowie beten und betteln klingen nicht nur ähnlich, sondern sie haben auch eine gemeinsame Wortwurzel, die im vorderen Orient vor mehreren tausend Jahren liegt. Beth bedeutet im Hebräischen das Haus und kommt in mehreren Ortsnamen vor, wie etwa Bethlehem, dem Geburtsort von Jesus.
Aber schon in vorpharaonischer Zeit war Beth die heilige Höhle, in der Göttinnen mit dem Namen Nek-Beth oder Eh-Beth verehrt wurden. Das Beet ist gewissermaßen das Bett für Pflanzen und es findet sich die Vorstellung von Schutz, Wohlbefinden und Geborgenheit darin.
Die Bethenverehrung kam im Mittelalter über die Alpen und tritt deutlich als Gegenbewegung zu der stark vermännlichten Kirchenwelt in Erscheinung. In Obsaurs/Tirol haben sie eine eigene Kirche. Der Kult der drei Bethen Ambeth, Borbeth und Wilbeth musste sich wegen des heidnischen Ursprungs immer mehr tarnen und in ein christliches Gewand hüllen. Oft tritt uns dann der Kult der drei Frauen in Form der Nothelferinnen Katharina, Margaretha und Barbara entgegen. Geblieben ist das Wort beten für die Anrufung der Bethen. Und wenn dies besonders innig geschah war es ein betteln um Gehör.
Aber auch in den vielen Sagen von den drei verwunschenen Frauen, wie etwa bei der Burgruine Ehrenberg, findet sich die Erinnerung an den Bethenkult.
Der Bethentag ist der 16. September und war bis in die 1960ziger Jahre auch im katholischen Heiligenkalender.
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Elisabeth Wintergerst aus Reutte | 12.09.2014 | 09:20   Melden
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