07.12.2017, 16:20 Uhr

Der vergessene Erzabbau bei Pinswang

Pinswang: Erzgrube | Ein Erzabbau bei Pinswang? Das vermutet nicht unbedingt, wenn man den Ort sieht. Doch der Säuling und seine Vorberge sind vererzt. Diese Bodenschätze wurden schon im frühen Mittelalter abgebaut. Eine gefährliche Sache, da so in den Boden hinein zu graben und dabei geht es nicht nur um die Angst davor, dass der Stollen einbrechen könnte.
Denn es war den Menschen der Vorzeit bewusst, dass sie ein Tabu brachen, wenn sie so den "Leib" von Mutter Erde aufrissen und irgend etwas heraus holten.
In der Altsteinzeit waren die Menschen Wildbeuter gewesen. Sie zogen umher und niemand hatte einen persönlichen Besitz an Grund und Boden. Erst als die Menschen sesshaft wurden, fingen sie an, abgesteckte Teile der Erdoberfläche als ihr Eigentum zu betrachten. Während vorher alles das, was aus der Erde kam, als ein Geschenk der Mutter Erde erlebt wurde, änderte sich die Geisteshaltung in späterer Zeit drastisch. Doch das unbehagliche Gefühl blieb, wenn man das Erz aus der Tiefe holte. Sagen, wie das "Knappenlochweible" von Musau oder die von Schachtgeistern sprechen, spiegeln dies wieder. Und so suchte man sich die Unterstützung des Heiligen Magnus, der den Bergbau am Säuling legitimierte.
Die Erzgrube bei Pinswang ist jetzt in den Geogrenzgängerweg einbezogen und Hinweistafeln geben Auskunft über Geschichtliches. Doch selbst als Mensch der Gegenwart ahnt man noch die Überwindung, die es gekostet haben mag, in die Tiefe der Erde vorzudringen.
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