22.10.2014, 00:00 Uhr

Die Jugend hat es nicht leicht

Gernot Sprenger, Verena Ennemoser, Jessica Preindl und Sonja Gasser (v.l.) verfassten die Studie im Rahmen eines Schulprojektes.

Wie geht es den Jugendlichen im Bezirk Reutte? Diese Frage versuchten Jugendliche zu klären.

AUSSERFERN (rei). Gernot Sprenger, Verena Ennemoser, Jessica Preindl und Sonja Gasser hatte in den vergangenen Wochen viel Kontakt zu Gleichaltrigen. Manche Alterskollegen hatten sie schon vorher gekannt, die Mehrzahl wohl eher nicht, schließlich wurden annähernd 400 junge Männer und Frauen im Außerfern befragt, wie sie ihr Umfeld im Bezirk Reutte sehen.
Sehr differenziert! Die männliche Jugend sieht vieles anders als die weibliche. Wer Matura macht, hat andere Vorstellungen als Nichtmaturanten. Kommt vielleicht auch noch ein Migrationshintergrund dazu, ist wiederum alles anders. Und auch die regionale Herkunft wirkt sich massiv darauf aus, wie sich das künftige Leben entwickeln wird, bzw. entwickeln könnte.
Begleitet vom Verein Regionalentwicklung Außerfern (REA), unter Geschäftsführer Günter Salchner, wurden viele Fragen gestellt und ausgewertet. Am Ende wurde beispielsweise augenscheinlich, dass die Jugend im Tannheimer Tal mit ihrem Umfeld nicht so ganz glücklich ist. Das Freizeitangebot lässt zu wünschen übrig, speziell für die Mädchen. Das verhält sich aber auch in den anderen Regionen ähnlich. Im Hochtal ist das aber eher ausgeprägt. Inzwischen hat man begonnen, dem nach besten Möglichkeiten gegenzusteuern.
REA hat vieles in Bewegung gebracht: „Ich denke schon, dass ein Umdenken begonnen hat“, sagt Salchner. So wie jene vier SchülerInnen der Handels­akademie Reutte, welche die Erhebungen im Rahmen eines Schulprojektes zusammengetragen haben, ist er aber nachdenklich.
Gerade auch deshalb, weil die Studie - sie ist gemessen an der Fallzahl durchaus repräsentativ - auch aufgezeigt hat, dass das Freizeitangebot für Burschen interessanter ist, als jenes für die Mädchen. Das hat viele Ursachen. Feuerwehr, Fußballverein, Skifahrer - zumeist eher „männerlastig“.
Wirft man einen Blick auf die schulische Ausbildung fällt hingegen auf, dass mehr junge Frauen maturieren, als Männer. Und da zeigt sich wiederum, dass viele Schüler/innen mit Matura den Bezirk verlassen, nicht selten für immer. „Jetzt könnte man sagen, ‚lass` niemanden maturieren‘. Aber das ist natürlich der falsche Ansatz“, sagt Günter Salchner, also jemand, der selbst zwei Magister-Titel hat, nicht aus dem Bezirk Reutte kommt und diesen inzwischen mit seinen Ideen (mit)formt.
Salchner wirft den Blick über die Berge. Nicht unbedingt nach Innsbruck, Linz oder Wien - auch hinaus ins Allgäu, nämlich nach Kempten. Dort sieht er interessante Ausbilungsmöglichkeiten. Und er sieht die Nähe zum Außerfern. „Aber noch ist der Anteil der Außerferner, die in Kempten eine Fachausbildung machen, sehr klein. Vielleicht ändert sich das“, hofft der Chef der Regionalentwicklung Außerfern.
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