19.10.2016, 10:28 Uhr

Es ist zuviel: Darin ist man sich einig

Der Verkehr auf der Fernpassstrecke rollt. Nun ist auch die Verkehrsdebatte ist in Gang gekommen.

Der Verkehr auf der Fernpassstrecke rollt. Nun ist auch die Verkehrsdebatte ist in Gang gekommen.

INNSBRUCK (rei). Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat - ja, sogar seit Jahren das selbe Bild: Der Straßenverkehr auf der Strecke von der Grenze bei Füssen/Vils durch das Außerfern und über den Fernpass weiter nach Imst will nicht weniger werden. Das Gegenteil ist der Fall. Zunehmend werden die Belastungen mehr.
Der Aufschrei nach Lösungen ist nicht mehr zu überhören. LA Maria Zwölfer (Impuls Tirol) sorgte nun im Landtag dafür, dass die verschiedenen Parteien Stellung beziehen müssen. Sie machte das Verkehrsproblem entlang der Fernpassroute zum Thema der aktuellen Stunde im Landtag.
Und da zeigte es sich, dass die Ansichten darüber, wie man der Verkehrsflut entgegentreten soll, weit auseinandergehen.
Die ÖVP unter LH Platter will den Fernpassscheiteltunnel (Baubeginn lt. LH Platter in ca. drei Jahren) und den Tschirganttunnel. Impuls Tirol tritt für eine große Tunnellösung ein, etwa den Gartnerwandtunnel (wir berichteten).
Und was schwebt den anderen Parteien im Landtag vor?
Hermann Weratschnig gab die Linie für die Grünen vor. Die wollen Investitionen in den Nahverkehr. Hier müsse man investieren, nicht in den Bau neuer Straßen. Außerdem trat er dafür ein, Ideen zu entwickeln, um Feriengästen die Anreise in die Urlaubsziele mit der Bahn „schmackhaft“ zu machen. „Riesentunnels“ können sich die Grünen aber nicht vorstellen.
LA Isabelle Gruber (Liste Fritz) gab sich allgemein skeptisch. Sie sieht nirgendwo jene Millionen herumliegen, mit denen man die versprochenen/diskutierten Tunnel bauen will. Für sie sind somit die Ankündigungen von Platter zum Bau neuer Tunnels nur „billiger politischer Aktionismus“.
Von einer „unerträglichen Situation“ sprach Georg Dornauer (SPÖ). Er erachtet die Maßnahmen des „Fernpass-Strategiepapiers“ für sinnvoll, hat aber große Bedenken, dass neue Tunnellösungen für weitere Blockabfertigungen entlang der Nord/Südstrecke führen werden. Sein Ansatz: Eine Eisenbahnstrecke von Ehrwald ins Inntal. Zumindest eine Studie solle man machen, so sein Appell. Sein Parteikollege Gerhard Reheis aus Imst kann dem Fernpassscheiteltunnel wenig abgewinnen. Er befürchtet, dass mit diesem noch mehr Verkehr angezogen wird und das Gurgltal auf Imster Seite endgültig im Verkehr versinkt. Reheis mahnte auch dazu, das Hahntennjoch zw. Imst und dem Lechtal nicht aus den Augen zu verlieren. Denn hier nehme der Ausweichverkehr stetig zu.
Markus Abwerzger (FPÖ) sieht ebenfalls Gefahren im Fernpassscheiteltunnel. Dieser könnte sich seiner Meinung nach als „Bumerang“ entwickeln: „Der Scheiteltunnel ist nicht die Lösung, die wir anstreben sollten“, meinte er im Landtag.
Und die Ideen von LH Günther Platter? Die wurden von seinen Parteifreunden Stefan Weirather und Sonja Ledl-Rossmann verteidigt. Er meinte, im Außerfern sei in den vergangenen Jahrzehnten einiges passiert: Grenztunnel, Umfahrung Reutte, Ewigkeitskurve, Umfahrung Heiterwang, Lermooser Tunnel. Allerdings reiche all das leider nicht aus, um die Belastungen von den Anrainern zu nehmen. Eine große Tunnellösung, etwa den Wannecktunnel, lehnt er für die Zukunft ab. Er forderte daher eine Gesamtlösung, ohne diese konkret zu benennen.
Auch Bundesrätin Sonja-Ledl Rossmann lehnt eine große Tunnellösung ab, denn dann wäre das 7,5 Tonnenlimit nicht mehr zu halten. Große Tunnellösungen - egal ob Gartnerwand oder Wanneck - öffnen ihrer Ansicht nach dem Transitverkehr Tür und Tor.
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