03.11.2016, 09:01 Uhr

Geistliche und ihre weltlichen Hobbys

Die Bezirksblätter besuchten Pfarrer Otto Walch in seinen vier Wänden und entlockten ihm einige Details.

ELBIGENALP (eha). Geistliche, Priester, Pastoren, Pfarrer – es gibt viele Bezeichnungen für Menschen, die eine Kirchengemeinde leiten, die Gemeindemitglieder seelsorgerisch betreuen und Gottesdienste feiern. Die meisten kennen Pfarrer nur aus ihrem „Arbeitsalltag“ in der Kirche oder bei Beerdigungen.
Aber was sind das für Menschen? Die Bezirksblätter haben sich auf die Suche gemacht und zeigen, dass Priester auch "ganz normale" Menschen sind. Pfarrer Otto Walch aus dem Lechtal stand uns Rede und Antwort und erzählte aus seinem Privatleben. Der Geistliche ist reiselustig, begeisterter Technikfreak und Hobbyfotograf.

Wie alles begann
In seiner Freizeit ist er sehr gerne in der Natur und auf Reisen. Seine große Leidenschaft gehört aber der Fotografie. "Sie begleitet mich schon lange. Begonnen hat es bereits in der frühesten Jugend. Damals durfte ich bei einem Bekannten in der Dunkelkammer so genannte "Fotogramme" entwickeln. Später habe ich mir dann gemeinsam mit meinem Bruder die erste analoge Kamera gekauft", schildert Pfarrer Otto. So sind in den letzten Jahrzehnten ca. 70.000 Dias entstanden. Als die Digitalfotografie ihre ersten Schatten auf die analoge Fotografie warf, blieb er noch zurückhaltend: "Ich war zu Beginn skeptisch, weil die Qualität noch sehr schlecht war - im Vergleich zu analogen Fotos. Mit der Steigerung der Qualität bin ich dann auch umgestiegen. Die Faszination ließ mich nicht mehr los und so kam es schon vor, dass ich manchmal lieber die Theologiebücher beiseite gelegt habe und lieber Fotobücher studiert habe", berichtet Walch.

Reisen und Fotografie
Auf seinen zahlreichen Fotoreisen in Skandinavien, Neuseeland, Sibirien, Hawaii dem Jemen uva. hielt Pfarrer Otto immer die schönsten Augenblicke fest. Eine besondere Liebe hat er zu Island entwickelt, das er schon 15-mal sowohl im Sommer als auch im Winter besuchte. Zu seiner Ausrüstung gehören vier GoPro´s sowie drei Kameras. Seit kurzem beschäftigt sich der Geistliche auch mit Zeitrafferaufnahmen und scheut dabei keine Mühen, auch mal in aller Herrgottsfrüh aufzustehen, um besondere Aufnahmen wie einen Sonnenaufgang einzufangen. Dem begeisterten Amateurfotografen schwebt auch schon ein neues Projekt vor Augen. Aus den Aufnahmen, die er über ein ganzes Jahr mit einer fest installierten Kamera auf dem Kirchturm von Elbigenalp gesammelt hat, soll in Zukunft ein Zeitrafferfilm entstehen. Das einzige Handicap ist dabei die Zeit, die Sachen aufzuarbeiten und für ein breites Publikum interessant zu machen. Aber die Freude an Gottes wunderbarer Schöpfung gibt dem Priester Kraft, noch lange weiterzumachen.

Zur Person

Pfarrer Otto ist 1955 als ältestes von neun Kindern geboren und wuchs auf einem Bauernhof in Steeg auf. Nach der Volksschule in Steeg und dem Paulinum in Schwaz schloss er die Studien in Theologie und Philosophie ab. Die Priesterweihe erhielt er 1979 in der Dekanatskirche Breitenwang. Die ersten eigenen Pfarren waren Pill und Pillberg. Von 1990 bis 2005 war er Pfarrer in Tux, dazu kamen noch Finkenberg und Ginzling. 1991 promovierte er in Theologie. 2005 kehrte der Geistliche in das Lechtal zurück und ist seitdem mit der Leitung des Seelsorgeraumes Mittleres Lechtal, den Pfarren Gramais, Häselgehr, Elbigenalp, Bach und Stockach betraut.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.