14.10.2017, 08:00 Uhr

Klimawandel macht auch vor Tirol nicht Halt

Nur ein kleines Grüppchen an Interessierten kam zum Vortrag über den Klimawandel.
REUTTE (rei). Zum "Klimadialog der Region" hatte das Klimabündnis Tirol geladen. Gerade einmal zehn Personen hatten sich angemeldet, am Ende kamen dann knapp 20, die von Johannes Vergeiner von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) über Wetterentwicklungen und somit den Klimawandel in Tirol informiert wurden.
Andrä Stigger informierte anschließend über Angebote, Projekte und Maßnahmen, welche das Klimabündnis zu bieten hat.

Es waren interessante Daten, die Vergeiner dabei hatte. Zahlenmaterial, das durchaus zum Nachdenken anregt und aufzeigt, dass ein Umdenken in Sachen Klimaschutz wohl unerlässlich ist.
Moderne Untersuchungsmöglichkeiten machen es heute möglich, einen Blick auf das Klima vergangener Zeitepochen zu machen. Vergeiner gab so einen Blick zurück bis ins Mittelalter. Und siehe da: Auch damals gab es bereits Warmwetterphasen. Der weiter Blick zurück zeigt auch, dass es etwa im 17. und 18. Jahrhundert bei uns Gletschervorstöße gab, ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Temperaturen aber wieder zuglegten. Zuletzt sehr stark. Vergeiner: "Man sieht, dass sich etwas tut!"

Es wird immer wärmer

Zwischen 1961 und 2010 nahm die Temperatur in Tirol um 1,3 Grad C zu. Deutlich mehr als die globale Entwicklung ausweist. Und noch bemerkenswerter: Im Langzeitvergleich sind die wärmsten Jahre überhaupt in den vergangenen 20 Jahren zu finden.
Bei den Niederschlagsmengen lässt sich hingegen kein Trend bei der Gesamtmenge ablesen. Nur dass das Naß vom Himmel zunehmend als Regen und weniger als Schnee herunterfällt. Ablesbar ist auch, dass es im Süden immer trockener, im Norden hingegen feuchter wird.
Tirol liegt dazwischen und weist eine - im Langzeitvergleich - relativ gleichbleibe Niederschlagsmenge auf. Und doch verändert sich auch bei uns vieles. Berechnungen der ZAMG gehen davon aus, dass es auch in Tirol bis zum Jahr 2100 deutlich trockener wird, zugleich werden die Niederschläge aber immer intensiver. "Wenn es regnet, dann intensiv", fasste Vergeiner die Berechnungen zusammen. Schon heute sei diese Entwicklung feststellbar.
Der Fachmann der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sieht daher zwei große Herausforderungen für die Zukunft: den Klimaschutz mit einer Reduktion des CO2-Ausstoßes, um weitere Wetterveränderungen einzubremsen oder noch besser zu stoppen und gleichzeitig aber die Notwendigkeit, Vorbereitungen auf mögliche negative Veränderungen zu treffen.
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