24.06.2016, 13:48 Uhr

Nachtmobilität für Jugendliche

Andreas Reisigl (MOJA Reutte), Linda Strickner (HAK), Marina Messner (HAK) und Günter Salchner (REA) erarbeiten Mobilitätsangebote für Jugendliche in den Nachtstunden. (Foto: REA)
AUSSERFERN. Jung sein in der Stadt und auf dem Land sind zwei Paar Schuhe. Auf dem Land braucht man jedenfalls Schuhe mit guten Sohlen, zumindest dann, wenn man nach einer nächtlichen Zechtour nach Hause will. Jugendlichen im Außerfern bleibt oft nur das Auto, dabei ist das Spiel mit Promillegrenzen ein sehr gefährliches.
Ein Team bestehend aus den HAK-Schülerinnen Linda Strickner und Lena Keller, beide aus Heiterwang, sowie Marina Messner aus Reutte untersuchen nun im Rahmen ihrer Diplomarbeit, welche alternativen Mobilitätsangebote hier Abhilfe schaffen könnten.
In einer repräsentativen Befragung der Regionalentwicklung Außerfern (REA) mit 369 Jugendlichen im Jahr 2014 bewerteten 55% das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln als schlecht oder sehr schlecht. Ein ähnliches Ergebnis erbrachte der Beteiligungsprozesses „Next Generation Tannheimer Tal“. Dort sahen die jungen Erwachsenen in der eingeschränkten Mobilität das mit Abstand größte Manko.

Derzeit erheben die drei Schülerinnen das Ausgeh- und Mobilitätsverhalten der Jugendlichen im Bezirk Reutte. Besonderes Interesse gilt dabei auch den Kinobesuchen in Füssen oder Garmisch-Partenkirchen. Die daraus abgeleiteten Bedarfe werden mit funktionierenden Angeboten in anderen Regionen abgeglichen. In einem weiteren Schritt prüfen die Schülerinnen, welche dieser Angebote im Außerfern realisierbar, sprich finanzierbar, sind.

Unterstützt werden sie dabei von Andreas Reisigl von der Mobilen Jugendarbeit (MOJA) Reutte und Regionalmanager Günter Salchner vom Verein REA, der diese Untersuchung in Auftrag gegeben hat. Für Salchner ist das Einbinden von Jugendlichen in die regionale Entwicklung ein zentrales Anliegen. „Wir haben uns vorgenommen, jedes Jahr Themen für Diplomarbeiten den Schülern der HAK bzw. HLW anzubieten und bei Interesse auch gemeinsame Projekte umzusetzen", erklärt Salchner.
Für Andreas Reisigl geht es bei diesem Projekt vor allem um ein Mehr an Sicherheit. „Unseren Jugendlichen bleibt beim Ausgehen vielfach nur das Auto, um in der Nacht wieder nach Hause zu kommen. Ein Nachtshuttle wäre hier eine echte Alternative“, ist der Reuttener Streetworker überzeugt.
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