04.10.2016, 17:30 Uhr

Sicherheit an der Breitenwanger Ritsche wird erhöht

Wolfgang Klien vor der Baustelle in Breitenwang. So hoch wie der Schacht (re) wird einmal der Damm.
BREITENWANG (rei). Was passiert denn da? Diese Frage stellen sich vermutlich viele, die derzeit von Breitenwang kommend in Richtung Plansee fahren. Am Ortsende von Breitenwang, kurz vor dem Sportplatz, wird auf der linken Seite gebaut. Da wo viele nur ein kleines Waldstück gekannt haben, war ein altes Rückhaltebecken "versteckt". Seit einigen Wochen wird dieses komplett erneuert.
Die "Breitenwanger Ritsche" kennen in erster Rinie die Breitenwanger, und hier nicht mehr alle, denn optisch ist dieses Gerinne nicht wahrnehmbar.

Rückhaltebecken seit 1901

Bereits 1901 wurde eine Beton-Bogensperre als Rückhaltebecken für jenes Wasser errichtet, dass vom Tauern kommend Richtung Lech fließt.
Dieses Becken ist nur ein Teil eines ganzen Systems. Oberhalb des Sägerwerks Angerer gibt es ein Rüchaltebecken und auch der Kreckelmooser See ist Teil des Systems. Dazwischen wird das Wasser über Rohre weitergeführt.
Die Breitenwanger Ritsche bildet das letzte Rückhaltebecken, ehe das Wasser vom Tauern endgültig in Rohren verschwindet und unterirdisch durch Breitenwang und Reutte fließt, ehe es schließlich auf Höhe der ehemaligen Reuttener Kläranlage in den Lech eingeleitet wird.

Alte Sperre war desolat

"Die alte Bogensperre war sehr desolat. Eine Sanierung war nicht mehr möglich, daher der Neubau in Form eines Schüttdamms", erklärt Wolfgang Klien.
Der Leiter des Wasserbauamtes Reutte ist froh, dass man nun auch dieses Projekt bald abschließen kann. Zuletzt ging kaum mehr Gefahr für Breitenwang durch ablaufendes Wasser vom Tauern aus. Das letzte Hochwasserereignis, bei dem es gefährlich wurde, reicht bis in das Jahr 1999 zurück.
"Früher wäre aber nie so viel passiert, weil die unterhalb der Ritsche liegenden Flächen nicht sehr dicht bebaut waren. Inzwischen hat es aber eine rege Bautätigkeit gegeben. Das Gefahrenpotential ist daher gestiegen", klärt Klien auf.
Mit rund 450.000 Euro sind die Kosten veranschlagt. Davon zahlt die Gemeinde Breitenwang ein Drittel, den Rest steuern Land und Bund bei.
Noch in diesem Jahr werden die Arbeiten abgeschlossen. Nur mit der Neubepflanzung wird es noch etwas dauern, die wird wohl erst ab dem Frühjahr 2017 möglich werden. "Dann wird man aber schon sehr bald nichts mehr von der Breitenwanger Ritsche sehen", ist Klien überzeugt.
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