13.04.2017, 08:39 Uhr

Allgäuer verfolgen Debatte um die B179 aufmerksam

Das geplante "informelle Treffen" in Füssen wurde zu einem kleinen Verkehrsgipfel. Maria Zwölfer (3.v.r.) fühlte sich in ihren Meinungen weitgehend bestätigt. (Foto: privat)

REUTTE/FÜSSEN (rei). Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie man das leidige Verkehrsproblem entlang der Fernpassroute endlich in den Griff bekommt. Die Meinungen gehen auseinander.

Maria Zwölfer aus Lermoos, Landtagsabgeordnete von Impuls Tirol, wollte kürzlich wissen, wie eigentlich unsere Allgäuer Nachbarn zum Thema stehen, schließlich sind sie von den Dauerstaus am Wochenende auch betroffen - wenngleich nicht in dem Ausmaß wie die Außerferner.
Das geplante Dosiersystem - also ein "gezielter Einlass" von Autos auf die B179 würde den Füssener Raum treffen, käme das "Zuviel" an Autos doch zum Teil auf der deutschen A7 zu stehen.
Das informelle Treffen mit dem Füssener Bürgermeister wuchs dann schnell zum Verkehrsgipfel heran. Füssen Bürgermeister hatte nämlich die Verkehrspolizei, das Straßenbauamt, die Straßenbaudirektion und weiter Personen dazu geladen.

Interessantes Treffen

"Das war ein äußerst interessantes Treffen", versichert Zwölfer. Die Impuls-Abgeordnete sieht sich in einigen Punkten klar bestätigt. Denn auch im Allgäu vertrete man die Ansicht, dass es auf Außerferner Seite einen großzügigen Ausbau brauche, um den Verkehr möglichst schnell durchzuschleusen. Das würde dann auch die Situation auf bayerischer Seite verbessern.
"Mir wurde erzählt, wie sich die A7 auf das Allgäu ausgwirkt hat. Sehr positiv. Niemand kann sich heute mehr vorstellen, ohne diese Straße zu sein", erzählt Zwölfer. Der Durchzugsverkehr rolle über die Autobahn, die umliegenden Orte seien seither verkehrsberuhigt. Lediglich die Anbindung von Schwangau bereite auf Allgäuer Seite noch Probleme, so Zwölfer.
Entsprechend kritisch sehe man nun die Pläne, auf Tiroler Seite das Dosiersystem einzuführen. Im Allgäu ist man besorgt, dass dann viele Autofahrer frühzeitig von der A7 abfahren und erst wieder durch die Kleingemeinden des Allgäus rollen. "Und die kämen dann über Pfronten, Füssen und eventuell auch das Tannheimer Tal von 'hinten herein' wieder zu uns", warnt Zwölfer vor möglichen negativen Auswirkungen des Dosiersystems auf unserer Seite.

Verschlechterung wird nicht akzeptiert

"Die Deutschen haben jedenfalls klar zu verstehen gegeben, dass sie keine Verschlechterung der momentanen Situation akzeptieren werden", hält Zwölfer ihren Eindruck fest und ergänzt: "Unsere Nachbarn sehen den größten Fehler im Nicht-Ausbau der Fernpassroute." Und da denke man nicht an den Fernpass-Scheiteltunnel, sondern an eine große Lösung, wie sie von Zwölfer verlangt wird.

Auch das derzeit geltende 7,5 Tonnen-Limit für den Schwerverkehr wird im Allgäu kritisch gesehen. "Unsere Nachbarn wissen sehr wohl, dass dieses umgangen wird, etwa in dem 'Briefkastenfirmen' gegründet werden."
Und noch eines habe man ihr mit auf den Weg gegeben: Deutschland habe durch den Bau der A7 bis zur Grenze seine "Hausaufgaben" gemacht. Jetzt sei Österreich am Zug. Der "Flaschenhals" am Fernpass sei aus Sicht unserer deutschen Nachbarn dabei sicher keine Lösung, um den Verkehr abzuhalten.
Zwölfer: "Es braucht endlich Gespräche auf bilateraler Ebene. Dieses Nichthandeln und Verzögern auf unserer Seite geht voll auf die Kosten der Außerferner!", stellt Zwölfer abschließend fest.



Zur Sache

Zu Wort hat sich in der Debatte rund um die Verkehrsthematik entlang der B179 auch die FPÖ gemeldet. FPÖ-Bezirksobmann Fabian Walch sieht im Fernpassscheiteltunnel einen "extrem teurern Wahlkampfschmäh der ÖVP".
Bezugnehmend auf eine Stellungnahme der Tiroler Landesregierung zur Fernpass-Petition von Pfurtscheller und Ledl-Rossmann sagt Walch: „Die Stellungnahme ist nichts anderes als ein Eingeständnis der Landesregierung, dass sie keinerlei Interesse an der Lösung der Fernpassproblematik gehabt hat und haben wird."
Walch hält dazu nochmals die Position der Freiheitlichen zur B179 fest: „Nur die große Tunnellösung kann den Fernpass noch entlasten, wer etwas anderes behauptet, lebt in einer Traumwelt. Deshalb fordern wir die Verbindung der deutschen A7 mit unserer A12 durch einen Tunnel. Im Zuge dessen muss auch die Bahn in den Tunnel verlegt werden, damit dieses Verkehrsmittel attraktiv wird und eine Bahnverbindung von Reutte ins Inntal Realität wird. Im Tunnel kann überdies durch Filteranlagen die Feinstaubbelastung merklich reduziert werden.“
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