01.02.2018, 08:42 Uhr

B179: "7,5-Tonnen-Limit wird halten!"

Sonja Ledl-Rossmann und Markus Eberle sehen keine Alternative zum Fernpass-Scheiteltunnel.
REUTTE (rei). Mit der Ankündigung, dass der Bau des Fernpass-Scheiteltunnels nun fix auf Schiene gebracht wurde, zog Landeshauptmann Günther Platter viel Aufmerksamkeit auf sich. Inzwischen gab es etliche Wortmeldungen zum Thema.
Auch bei einem Pressegesrpäch der ÖVP in Reutte stand die Verkehrsfrage entlang der B179 im Fokus. Und da waren es wiederum zwei Fragen, die "unter den Nägeln brannten": Ist garantiert, dass das Tonnagelimit nach dem Bau tatsächlich hält? Und: Keine andere Partei außer der ÖVP will diesen Tunnel - wie kann er dann umgesetzt werden?

Ehrlichkeit gefordert

Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann, sie ist auf der ÖVP-Landesliste hinter Platter die Nummer 2 und damit wohl im nächsten Landtag fix dabei - forderte Ehrlichkeit in der Verkehrsdebatte.
Und wenn man die Verkehrsfrage ehrlich diskutiere, führe am Scheiteltunnel kein Weg vorbei, wobei zum Scheiteltunnel in der Folge auch die Realisierung des Tschirganttunnels gehöre.
Beide Projekte würden den Verkehrsfluss verbessern, zugleich aber keine neue Traniststrecke eröffnen. Und jene Lawinensperren am Fernpass, die erst vor wenigen Tagen für eine Totalsperre der Strecke führten, wären mit dem Scheiteltunnel auch umfahren, erklärte Ledl-Rossmann.

Gutachten liegen vor

Sorgen, dass dieser Tunnel am Scheitel des Passes das 7,5-Tonnen-Limit zu Fall bringen könnte, hat die VP-Bezirksobfrau nicht: "Es wird halten. Das sage ich mit bestem Wissen und Gewissen!" Aktuelle Gutachten würden dies bestätigen.
Überzeugt ist Sonja Ledl-Rossmann auch davon, dass die künftige Regierung, egal wie sie im Detail aussieht, unter einem Landeshauptmann Günther Platter dieses Projekt umsetzen wird. "Ich sehe keine Gefahr, dass sich nach den Wahlen daran etwas ändern wird", meinte Ledl-Rossmann und ergänzte: "Es wurde schon sehr viel Geld in das Projekt investiert." Nun stehe die Umsetzung bevor.
Dass sich die anderen Parteien dem Projekt verschließen, glaubt die VP-Landtagskandidatin nicht. Schließlich stünden vor einer Regierungsbeteiligung ja auch die dazu Verhandlungen an. Und in eben diesen würden unterschiedliche Punkte und Projekte festgehalten bzw. festgeschrieben.

Bahntunnel in weiter Ferne

Aber warum wird dann - wenn der Scheiteltunnel fix ist - eine Machbarkeitsstudie für einen Bahntunnel von Ehrwald ins Inntal gemacht? Weil man alle Möglichkeiten prüfen wolle. Die Umsetzung eines Bahntunnels scheint aus ÖVP-Sicht derzeit aber nur in weiter Ferne, falls überhaupt, möglich. Zuviele Aspekte würden hier hineinspielen, stellte die frühere VP-Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller dazu fest: "Der Zeithorizont für ein solches Bahnprojekt ist riesig! Wir reden hier von Jahrzehnten." Für sie wäre es daher fahrlässig, im Straßenbereich gar nichts zu tun.
Und wenn ein Bahntunnel tatsächlich jemals käme, brauche es auch die Zulaufstrecke aus Richtung Ulm. Und da sieht Pfurtscheller auf Seiten der Deutschen so gar keine Bemühungen, etwas zu unternehmen. "Derzeit führt ja nur eine 'Schnaggelesbahn' vom Ulm in unsere Richtung."

Der Tannheimer Bürgermeister Markus Eberle, er ist die Nummer 2 auf der ÖVP-Landtagsliste im Bezirk und Ledl-Rossmanns Stellverterter als Bezirksparteiobmann, sieht es ebenso. Die Kombination aus Scheiteltunnel und direkter Bahnverbindung ins Inntal wäre für ihn allerdings der Optimalfall: "Das wäre ideal. Dann braucht es endgültig keine Schnellstraße mehr durch den Bezirk."
Dass allerdings ein Straßentunnel und zeitnah auch eine Bahnverbindung realisiert werden, daran glaubt dann wohl endgültig niemand.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.