22.10.2016, 06:30 Uhr

"Der Scheiteltunnel ist unsere Chance!"

Sonja Ledl-Rossmann und Elisabeth Pfurtscheller (v.l.) werben darum, in der Verkehrsfrage an einem Strang zu ziehen.

Die ÖVP mahnt zur Einigkeit: Nur gemeinsam könne man das Verkehrsproblem verbessern.

REUTTE (rei). Die Verkehrsdebatte, genauer gesagt die Tunneldebatte in den Bezirken Reutte und Imst ebbt nicht ab. Nachdem LA Maria Zwölfer die Zukunft der Fernpassbundesstraße im Landtag thematisiert hatte, melden sich nun die beiden Außerferner ÖVP-Abgeordneten Sonja Ledl-Rossmann und Elisabeth Pfurtscheller abermals zu Wort.

Resolution war wichtig

"Mit der von uns an Landeshauptmann Günther Platter übergebenen Resolution zum Bau des Fernpass-Scheiteltunnels ist es erstmals geglückt, einen Schulterschluss im Tiroler Oberland und Außerfern zustande zu bringen. 88 von 91 Bürgermeistern in den Bezirken Reutte, Imst und Landeck stehen hinter dem Bau des Scheiteltunnels. Außerdem zahlreiche Wirtschaftstreibende. Damit ist es erstmals möglich, wirklich Druck in dieser Sache zu machen", sagt Ledl-Rossmann, die das Tiroler Oberland im Bundesrat vertritt.

Einigkeit ist gefragt

Ihre Parteifreundin Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller unterstreicht, "ich weiß aus vielen Gesprächen in Wien, dass nur umgesetzt wird, woin in einer Region Einigkeit herrscht." Beim Scheiteltunnel sieht sie - zumindest auf Seiten der Entscheidungsträger diese Einigkeit. Große Tunnellösungen, wie etwa von Impuls Tirol gefordert, hält sie hingegen für absolut unrealistisch.

Riesentunnel unfinanzierbar

Pfurtscheller: "Man muss sich das ja nur einmal durchdenken. Der Gartnerwandtunnel würde etwa 600 Millionen Euro kosten, der Tschirganttunnel weitere 300 Millionen. Dann braucht es viele Begleitmaßnamen. All das ist nie finanzierbar! Wer das dennoch behauptet, sagt nicht die Wahrheit. Die ASFINAG sieht ja schon den Tschirganttunnel äußerst problematisch."
Die beiden VP-Politikerinnen drängen daher neuerlich auf ein gemeinsames Einreten für den Fernpass-Scheiteltunnel und die in der Fernpassstrategie genannten Begleitmaßnahmen. Wenn man hier Einigkeit und Geschlossenheit zeige, können man vielleicht auch erwirken, dass der Tschirganttunnel in direkter Folge miterrichtet wird.

Superlösung gibt es nicht

Pfurtscheller wirbt für Offenheit, was die Verkehrsfrage im Außerfern und in Imst anlangt. "Die von manchen Seiten angedachte 'Superlösung' wird es nie geben! Aber die Fernpassstrecke muss befahrbar bleiben. Die von uns und von LH Platter gemachten Vorschläge sind eine Chance für uns, zumindest wähend der Woche Verbesserungen zu bekommen."
Und Ledl-Rossmann warnt wie Platter vor einer großen Tunnellösung, an deren Ende dann vermutlich eine Autobahn durch das Außerfern stehen würde: "Ich denke, eine solche wäre unfinanzierbar. Aber sieht man vom Geld einmal ab, muss man sich einfach die Frage stellen, ob man eine Autobahn wirklich möchte? Die Folgen sind nicht absehbar!"

Anderes Verkehrsverhalten

Absehbar ist hingegen für Elisabeth Pfurtscheller, dass sich unser aller Verkehrsverhalten in den kommenden Jahren massiv ändern wird. Viele Menschen werden selber bald keine eigenen Autos mehr haben. Die, die fahren, werden häufiger elektrisch unterwegs sein und elektronisch gesteuert dahinrollen. Das werde wieder zur Folge haben, dass der Verkehr "flüssiger" als bisher wird. "Alles läuft auf diese neuen Modell hinaus. Da wird sich vieles ändern", ist Pfurtscheller überzeugt.

Mehrheiten wird es geben

Auf Seiten der ÖVP hält man aber daran fest: Fernpassscheiteltunnel, Umsetzung des Fernpassstrategiepapiers mit seinen vielfältigen Maßnahmen und Bau des Tschirganttunnels. Und all das so schnell wie möglich.
Sorge, dass alles nur Wunschdenken bleibt, da die notwendigen Beschlüsse noch nicht da sind, haben die beiden ÖVP-Vertreterinnen übrigens nicht. "Wir werden die Mehrheiten im Landtag bekommen", ist sich Ledl-rossmann sicher und verweist darauf, dass der Scheiteltunnel im Koalitionspapier mit den Grünen steht und die an Platter übergebene Resolution parteiübergreifend von Politikern unterschrieben wurde.
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