25.01.2018, 07:00 Uhr

Flachbau sorgte für intensive Debatte

Klaus Schimana, Elisabeth Schuster und Ernst Hornstein (v.l.) konnten sich nicht für das Vorhaben erwärmen.
REUTTE (rei). Der Außerferner Brillenhersteller Rolf, mit Sitz in Weißenbach, möchte seinen zweiten Standort - das kleine Ausstellungs- und Verkaufsgeschäft in der Reuttener Lindenstraße - um- bzw. ausbauen. Derzeit ist das innovative Unternehmen im Kassenraum der ehemaligen Tankstelle am Hiebel-Areal untergebracht. Sehr klein und optisch nicht wirklich attraktiv.
Das soll sich ändern. Das kleine Häuschen mit großem Vordach soll erweitert werden. Angedacht ist ein Flachbau. Rolf plant damit nicht in die ferne Zukunft und auch der Liegenschaftsbesitzer bleibt so für ein großes Projekt in der Zukunft, wie immer das einmal aussehen könnte, flexibel.

Umstrittenes Projekt

Doch die Idee ist umstritten. Im Gemeinderat sprach sich die Liste von Vizebürgermeister Klaus Schimana geschlossen gegen das Vorhaben aus. Schimana und seine Fraktionskollegen wollen in Zentrumsnähe keine eingeschoßigen Bauwerke. "Wir sehen das sehr kritisch. Was, wenn andere dann auch eingeschoßig bauen wollen?", warnte Schimana eindringlich vor möglichen Folgewirkungen.
Laut gültigem Bebauungsplan müsste auf dem Areal zweigeschoßig gebaut werden. Alles andere würde das Ortsbild stören, befand Schimana. Sein Listenkollege Ernst Hornstein, er war lange Zeit Obmann des Bauausschusses und ist Mitglied im Schutzzonenbeirat, sprach von einer "Anlassgesetzgebung". Er erinnerte daran, dass auch schon andere Bauherren in Zentrumsnähe eingeschoßig bauen wollten, die Gemeinde dies aber immer abgelehnt habe. Der neue Lebenmittelmarkt von Eurospar in der Mühler Straße sei ein Beispiel dafür. Anstelle eines kostengünstigen Flachbaus habe man der Lebensmittelkette vorgeschrieben, durch eine ensprechende Bauhöhe dem Ortsbild zu entsprechen.

Ein Schlag ins Gesicht

"Ein Beschluss zugunsten dieser Lösung in der Lindenstraße wären ein Schlag ins Gesicht alle jener, die in der Vergangenheit nicht eingeschoßig bauen durften", meinte Hornstein und fügte an: "Was, wenn jemand eine Garage hinstellen will?"
Außerdem laufe man Gefahr, dass die Gemeinde auch bei anderen Anlässen unter Druck geraten könnte, Einzelinteressen zu entsprechen. Er rief dazu auf, in solchen Fragen stets die übergeordneten Interessen im Auge zu behalten.

Reine Einzelentscheidung

Die Mitglieder der Bürgermeisterliste sahen all diese Gefahren nicht. VBgm. Michael Steskal - er ist Rechtsanwalt - sieht im Beschluss eine Einzelentscheidung, aus der sich keine weitere  Rechte ableiten ließen. "Maximal Begehrlichkeiten", befand Steskal.
Bauausschuss-Obmann Robert Bader meinte wiederum, dass die geplante Lösung eine Verschönerung der örtlichen Gegenheiten mit sich bringen würde. Die Baulücke würde verschwinden, die Garagen im hinteren Bereich der Fläche optisch verdeckt. "Wenn wir das nicht zulassen, passiert hier die nächsten fünf bis zehn Jahre gar nichts", wies Bader auf eine andere Problematik hin.
Am Ende stimmten die Mitglieder der Liste von Bürgermeister Luis Oberer, ein Gemeinderat der Grünen sowie die SPÖ-Vertreterin für den Antrag, die Liste von Vbgm. Klaus Schimana und Grünen-Chefin Barbara Brejla waren dagegen. Das Ergebnis somit: 12 Ja- und 7 Nein-Stimmen. Der Bebauungsplan wurde somit Antragskonform abgeändert.
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