24.10.2017, 09:00 Uhr

"Ich bin jetzt auf Jobsuche!"

Elisabeth Pfurtscheller bei der Jubiläumsfeier der FW-Reutte. Es war wohl einer ihrer letzten Auftritte als Nationalrätin.
REUTTE (rei). Das Endergebnis der Nationalratswahlen mit allen Details ließ lange auf sich warten. Am Freitag lagen dann auch die letzten Auswertungen vor, jene der Vorzugsstimmen.
Im Tiroler Oberland wurde auf eben diese Zahlen mit besonderem Interesse gewartet, wenngleich sich eigentlich schon am Wahlabend abzeichnete, dass Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller aus Reutte ihr Mandat an Dominik Schrott aus Imst abgeben muss. Aber ein wenig Hoffnung keimte doch weiterhin. Vergeblich. Seit Freitag ist klar, Schrott zieht für das Team von Sebastian Kurz, also die ÖVP, in den Nationalrat ein. Elisabeth Pfurtscheller ist damit nach einer Periode wieder draußen.
"Ich bin traurig und gekränkt", gestand sie am Tag nach Bekanntwerden der offiziellen Zahlen bei den Vorzugsstimmen gegenüber den Bezirksblättern. Traurig, weil sie ihre Arbeit gerne getan habe und gekränkt, weil sie im Wahlkampf nicht jenen Rückhalt innerhalb der Partei gefunden hätte, den sie sich selbst zuvor erwartet hatte.
Und etwas verärgert ist sie auch. Darüber, dass ihr parteiinterner Mitbewerber Dominik Schrott aus Imst mit fragwürdigen Mitteln um das Mandat gekämpft hatte. Es ist ein Brief im Vorfeld der Wahl, in dem Sebastian Kurz persönlich eine Wahlempfehlung für Schrott aussprach. Doch diese Wahlempfehlung vom neuen ÖVP-Chef hatte es so nie gegeben.
Der Vorfall wurde dann auch im Parteivorstand in Innsbruck erörtert. Konsequenzen? Keine.

"Es nützt nichts, darüber nachzudenken. Es ist wie es ist", stellt Pfurtscheller nüchtern fest. Schrott hatte am Ende deutliche mehr Vorzustimmen als sie.
Den Wahlkampf im Bezirk - hier hatte sie mit Christian Angerer (Bauern) und Christian Senn (Wirtschaft) ebenfalls zwei sehr starke Mitbewerber, wertet sie als fair und freundschaftlich.
Dass es vielleicht für das Außerfern "schlauer" gewesen wäre, wenn alle für eine Person - für die Mandatsinhaberin - "rennen", kann sie sich schon vorstellen. Dem war aber nicht so und jetzt muss Pfurtscheller ihr Mandat abgeben.
Wie ihre persönliche Zukunft aussieht, kann sie derzeit nicht sagen. "Jetzt beende ich diese Legislaturperiode, dann werde ich erst einmal eine Pause einlegen. Danach sehe ich weiter."
Sorgen um ihre Zukunft habe sie nicht. Ein "Fangnetz" für sie gibt es aber auch nicht. Man müsse die Lage nüchtern betrachten: "Der Bezirk Reutte hat ein wichtiges Mandat verloren und ich bin jetzt wieder auf Jobsuche."


Mehr Beiträge zur Nationalratswahl 2017 in Österreich finden Sie in unserem Themen-Channel
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.