09.03.2017, 10:18 Uhr

"Eine Medaille wäre schön!"

Mama Brigitta Huber weiß genau, wie sie Dominik für anstehende Aufgaben stärken kann.

Dominik Huber aus Lechaschau geht bei den Special Olympic Winter World Games für Österreich an den Start.

LECHASCHAU (rei). Dominik Huber kann es gar nicht mehr erwarten: Vom 14. bis 25. März ist er einer von 25 Tirolern, die bei den Special Olympics World Winter Games die Farben Österreich vertreten. Der junge Außerferner geht im Eiskunstlauf an den Start.

Dominik ist der Jüngste von drei Geschwistern. Doch vom ältesten Bruder, Patrick, trennen ihn nur wenige Lebensminuten. Dominik, Corinna und Patrick sind Drillinge!
Und alle drei sind ganz fest mit dem Eiskunstlauf verbunden.
Die Geschichte von Dominik ist somit eigentlich die Geschichte von Drillingen, zwei sehr engagierten Eltern und diversen Betreuern, welche alle drei "Hubers" im Eiskunstlauf weit nach vorne gebracht haben.

"Schuld" an allem sind eigentlich der "Reuttener Eistraum" und die zweitgeborene Schwester Corinna. Gemeinsam mit den Eltern besuchten die Drilling die Eröffnung des allerersten Eistraums in Reutte. "Corinna war ganz begeistert und wollte unbedingt eine Eisprinzessin werden", erzählt Mama Brigitta. Die gebürtige Ungarin wollte ihrer damals sechsjährigen Tochter diesen Wunsch nicht vorenthalten. Corinna lernte das Eislaufen und bewies Talent.
Patrick konnte sich ebenfalls anfreunden und stieg ein Dreivierteljahr später in den Sport ein.

Dominik immer dabei

Von da an war automatisch auch Dominik immer dabei. Der jüngste der Drillinge leidet seit seiner Geburt an einer mentalen Einschränkung. Körperlich ist der lebhafte Bursche aber voll fit und sehr begeisterungsfähig.
Da lag es nahe, dass auch Dominik die Schlittschuhe anschnallt. Und auch er zeigte im Rahmen seiner Möglichkeiten großes Talent.

Eigenen Verein gegründet

Einfach war es für alle drei Geschwister aber nicht, die sportliche Seite des Eislaufs auszuleben. Der nächste Verein befand sich in Füssen. Papa Kurt Huber hielt aber gar nicht viel davon, dass seine Kinder bei einem deutschen Verein bei Bewerben starten. Also gründeten die Hubers kurzerhand einen eigenen Verein.
Seither findet sich in diversen Start- und Ergebnislisten auch der Eiskunstlaufverein Außerfern, kurz EKA, und mit ihm häufig der Name Huber.

Alle drei Hubers sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Erfolgsmeldungen. Ein intensives Trainingsprogramm ist die Grundlage dafür. Vier- bis fünfmal in der Woche fährt Brigitta Huber mit ihren Kindern zum Training nach Telfs! Etwa 80.000 Kilometer sitzen die vier jährlich im Auto, um die Trainingseinheiten bzw. Wettbewerbe in ganz Österreich zu besuchen.
Die Leistungen von Dominik sind etwas ganz besonderes. Er schaffte gemeinsam mit Trainerin Sabine Prudlo den Weg in das österreichische Aufgebot für die Special Olympics World Winter Games.


Die finden Ende März an mehreren Austragunsorten statt. Die Eiskunstläufer werden in Graz aktiv. Für Dominik wird es am 19. März (Pflicht) und am 22. März (Kür) ernst. Mama Brigitta ist während der gesamten Veranstaltungsdauer dabei, die Famile - Papa, Geschwister, Tante, Onkel, Oma - kommen zu Dominiks Starts dazu. Und Dominiks Kür wird auch seine Schulklasse von der Neuen Mitschule Reutte Königsweg mitvergolgen.
Direktor Hanspeter Wagner gab "grünes Licht" für die Klassenfahrt, die von den Lehrkräften Guntram Eiter, Ingrid Retter und Christine Specht begeleitet wird. Die Organisation wurde von der Schule und vom EKA übernommen.

Und was darf man sich jetzt von Dominik sportlich erwarten? "Das ist schwer zu sagen", gibt sich die Mutter zurückhaltend. Es geht hier um das Olympische Motto, "Dabeisein ist alles". Eine Medaille wäre natürlich schön.
Aber da braucht es dann schon die entsprechenden Leistungen. Denn geschenkt wird auch den rund 2700 Teilnehmern aus der ganzen Welt bei den Special Olympics World Winter Games 2017 nichts.
Ein Gewinner ist Dominik Huber aber auf alle Fälle schon heute. "Ich freu mich. Das wird super", strahlt der 14-Jährige. Ihm gefällt es, dass sich derzeit alles um ihn dreht. Die Maskottchen der Spiele hat er stets bei sich. Und auf unsere Frage, "schaffsch a Medaille?" kam dann als Antwort "Ich probiers!"
Wir drücken ihm die Daumen, dass es ihm gelingt. Viel Glück Dominik!
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