27.10.2017, 16:00 Uhr

Innovationskraft bei Rolf Spectacles ungebrochen

Der Jubel bei den Vertretern der Fa. Rolf war groß, als ihnen der "Brillenoskar" in Paris verliehen wurde. (Foto: Silmo)
WEISSENBACH (rei). Bei der Firma Rolf Spectacles in Weißenbach hat man Grund zur Freude. Wieder einmal, möchte man fast schon sagen, denn die innovativen Hersteller von Brillenfassungen aus Holz und Horn wurden zum dritten Mal in der noch jungen Firmengeschichte in Paris mit einem "Brillenoscar" ausgezeichnet.


Preisübergabe in Paris

Mit ihrer Holzbrille "Deville" siegten sie beim Silmo d´Or 2017, diesmal in der Kategorie Technik und Innovation. Es ist die clevere Symbiose aus hochverdichtetem Holz und Naturkautschuk, welche die Bewerter für das Produkt "Made in Weißenbach" schwärmen ließ. Der Rahmen aus Holz, die Schaniere ganz aus Naturkautschuk gefertigt. Metallteile? Keine zu finden.
Die Jury kam zur Auffassung, dass es sehr bemerkenswert ist, was das metallfreie Gelenk alles aushält. Mehr noch, das neuartige Schanier federt aus allen Richtungen zuverlässig zurück.

Jubel in Weißenbach

"Die Preisverleihung in Paris war schon eine tolle Sache", erzählt Christian Wolf, zuständig u.a. für das Marketing bei der Fa. Rolf. Ein zwölfköpfiges Team des jungen Außerferner Unternehmens reiste nach Paris. In einem riesigen Saal wurden die Preise vergeben. Wer am Ende einen der Brillenoskars bekommt, war nicht klar. In jeder Kategorie gab es fünf Nominierte. In der Kategorie Technik und Innovation wurden die Weißenbacher schließlich als Gewinner aufgerufen. Der Jubel war groß: "Dieser Preis ist das Beste, das uns passieren konnte", freut sich Christian Wolf. Der dritte "Brillenoskar" zählt besonders viel. Die ersten Beiden gab es in der Gründungsphase des Unternehmens. "Jetzt sind wir aber doch schon länger auf dem Markt. Unsere Produkte sind bei Kunden und speziell in der Brillenszene bekannt. Dass wir jetzt erneut im Bereich Technik und Innovationen punkten konnten, zeugt, dass wir am richtigen Weg sind!"

Schwieriger Markt

Und dieser Weg ist trotz der Erfolge kein einfacher. Längst sind andere Hersteller "aufgesprungen" und stellen ebenfalls Brillenfassungen aus Holz und Horn her. Neben den Weißenbachern gibt es weitere Anbieter, die mit Österreich als Herkunftsland zu punkten versuchen. "Immer wieder findet man Modelle mit der Aufschrift 'designed in Austria'. Aber das heißt nicht viel. Nicht selten werden die Brillen tatsächlich in China produziert", weiß Wolf aus (leidvoller) Erfahrung zu erzählen.
Brillen der Marke Rolf werden hingegen komplett in Weißenbach hergestellt. Rund 40 Mitarbeiter werden inzwischen beschäftigt. Der Verkauf der Brillen erfolgt über ausgewählte Händler weltweit. Im Bezirk Reutte vertreibt man die rund 200 verschiedenen Fassungen in einem eigenen kleinen Fachgeschäft in der Lindenstraße. Weltweit zählt man etwa 600 Abnehmer.

Erfolgreiche Ideenschmiede

"Wir sehen uns als Ideenschmiede in Sachen Brillenherstellung", erklärt Christian Wolf. Beim Brillendesign setzt man auf klassische, zeitlose Formen. Rolf-Brillen haben auch kein sichtbares Logo nach außen. Nur auf der Innenseite des Bügels ist der Markenname zu finden. Man setzt auf "understatement". Die Kunden wissen dieses Auftreten zu schätzen. Auch die Außerferner. "Bei uns in der Region ist der Anteil an Brillen aus unserem Hause schon vergleichsweise hoch", bilanziert Wolf.
Der Kampf am internationalen Markt ist aber hart und er wird immer härter. Der dritten Brillenoskar für das Haus Rolf in Weißenbach ist entsprechend wertvoll und wird jetzt  intensiv vermarktet.
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