31.10.2017, 14:42 Uhr

Innviertler entwickeln mobiles Zuhause für Obdachlose

Das Team: Lisa Bozic, Markus Hörmanseder, Philipp Hüttl, Nora Jestl. (Foto: Liberty.Home)

Gerade aus der Taufe gehoben und schon Gewinner des Start up Corner Contests der FH Campus Wien: LibertydotHome.

BEZIRK, WIEN. (ebe) Ein Haus mit nur 8,75 Quadratmetern Grundfläche – etwa so groß wie ein gewöhnlicher Parkplatz. Diese Idee hatten zwei Innviertler im Rahmen ihrer Bachelorarbeit. Der Gedanke dahinter: „Wir wollen ein Minimum an Lebensqualität für jeden einzelnen Menschen zum Standard werden lassen." So erklären die zwei Studenten des Studienganges Bauingenieurwesen/Baumanagement an der FH Campus Wien ihr Projekt LibertydotHome. In einer Obdachlosenunterkunft haben sich Markus Hörmanseder aus Taiskirchen und Philipp Hüttl aus Mehrnbach erste Anregungen für ihr Projekt geholt. „In erster Linie wünschen sich die Menschen einen Schlüssel, um ihr Hab und Gut absperren zu können. Ein Raum bietet Sicherheit und Privatsphäre“, so Hüttl. Im März ging es an der Planung ihres Vorhabens, nun ist der Prototyp fertig.

Die Ausstattung

Kochnische, Schrank, Dusche und WC finden sich im Erdgeschoß. Das Bett ist über den Sanitärbereich gebaut und über eine Leiter zu erreichen. "Beim Bau haben wir auf die Umwelt geachtet. Holz und recyceltes Aluminium – der 'grüne' Gedanke war uns wichtig", erklärt Hüttl. Der Bau des Prototyps wurde mit Hilfe von vielen Sponsoren, Partnern und Materialspenden ermöglicht. In Zukunft soll ein optimierter Bausatz den Aufbau innerhalb von drei Tagen ermöglichen. Das primäre Einsatzziel für die Module ist dort, wo Menschen ohne Zuhause leben müssen. Auch auf Firmengeländen sollen Container stehen, um Obdachlosen den Schritt ins Arbeitsleben zu erleichtern. Im Fokus steht der Verkauf an Firmen (für Gast- oder Leasingarbeiter, Großbaustellen) und auch Privatkunden - mit dem Gewinn der durch den Verkauf ins Unternehmen einfließt, wird dann Gemeinwohlökonomie betrieben. Das Mietmodell auf Musik- und Sportveranstaltungen ist in Planung. "Auch ein professionelles soziales Inkusionsprogramm werden wir starten. Als Basis für dieses Programm werden wir unser „Vienna 1000“-Konzept heranziehen“, erklärt Lisa Bozic. Die Absolventin aus Eberschwang ist gemeinsam mit Studentin Nora Jestl ebenso im Team. Die beiden sind für Marketing und den Sozialen Aspekt verantwortlich.

Start Up Corner Contest gewonnen

Die beiden Team-Leader Markus Hörmanseder und Philipp Hüttl haben im Oktober beim Start-Up Service in der FH Campus Wien ihre Geschäftsidee vorgestellt. Dreimal im Jahr finden dort „Hearings“ statt, wo kreative Studenten ihre Ideen vorstellen. Trotz starker Konkurrenz haben die Innviertler mit LibertydotHome den Start up Corner Contest gewonnnen. Heißt konkret: In eigenen Büroräumlichkeiten kann das Projekt weiter fortschreiten. Derzeit arbeitet das vierköpfige Team intensiv am Businessplan. Sie werden Anfang 2018 ein Social business gründen.
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