Gedanken
Die betende Urgemeinde - ein Anstoß für unsere Gebetspraxis

Gedanken von Anton Riedl, ständiger Diakon und Gefangenenseelsorger in Ried.
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Gedanken von Anton Riedl, ständiger Diakon und Gefangenenseelsorger in Ried.

Im heutigen Abschnitt der Apostelgeschichte berichtet der Evangelist Lukas von einer Zeit des Überganges: Jesus ist nach seiner Heimkehr zum Vater („Himmelfahrt“) nicht mehr erfahrbar, und die Sendung des Gottes-Geistes („Heiliger Geist“) steht noch aus. Die Männer und Frauen der Jesusbewegung „verharren dort (im Obergemach) einmütig im Gebet“. Dieses gemeinsame Beten trägt sie über den Verlust ihres geliebten Meisters hinweg. Es schenkt ihnen die Kraft, den Weg Jesu, des Christus, zu erkennen und weiterzugehen.

In den letzten Wochen haben wir ebenfalls erlebt, auf das Wesentliche des Christ-Seins, das Beten, zurückgeworfen zu sein. Fastenzeit, Karwoche und Osterfest ohne physische Anwesenheit in einer feiernden Kirchengemeinde zu erleben, war für viele Christen eine ungewohnte Erfahrung. Virtuelle Gottesdienste in Fernsehen, Radio und Internet wurden für viele Gläubige zur wichtigen Kraftquelle. Behelfe der Kirchen unterstützten das Feiern als „Hauskirche“ in der Familie: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Vielen Verantwortlichen wurde dabei deutlich, dass uns Christen die Bedeutung von „Hauskirche“ zu wenig bewusst und eine gelebte Praxis nur ansatzweise vorhanden ist.

So kann uns die heutige Bibelstelle auch daran erinnern, „einmütig im Gebet“ zu bleiben und kleine Rituale als Lebens-Hilfe im Alltag zu praktizieren: am Morgen, wenn wir aus dem Haus gehen, einander die Begleitung des Herrn durch den Tag zuzusagen und einander in der Familie vielleicht mit einem Kreuzzeichen zu segnen. Und jedes Kind freut sich, wenn es von seinen Eltern spürbar und liebevoll gesegnet und seinem Schutzengel anvertraut wird.
Vielleicht ist es uns ein Anstoß, an die Gebetspraxis unserer Vorfahren anzuknüpfen und am Beginn und Ende eines Tages mit einem kurzen Gedanken oder Gebet bei unserem Schöpfer und Herrn anzudocken. Beten, mit dem Herrn in Verbindung treten, sich unter seinen Schutz und Segen zu stellen, bedarf nicht vieler Worte. Von einem einfachen Bauern wird berichtet: wenn er morgens aus dem Bett steigt, betet er: „In Gotts Nam´…“, und dankt abends mit einem „Vergelt's Gott …“ für die Erlebnisse des Tages.

Nehmen wir aus diesen herausfordernden Wochen die (Wieder)Entdeckung der „Hauskirche“ und die Stärkung durch gemeinsames Beten in unsere „neue Normalität“ mit!

Autor:

Lisa Schiefer aus Ried

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