Das Pferd als Helfer für die Therapie

Ein Therapiepferd sollte Ruhe und Sicherheit ausstrahlen.
  • Ein Therapiepferd sollte Ruhe und Sicherheit ausstrahlen.
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BEZIRK. Experten beschreiben Therapeutisches Reiten so: "Therapeutisches Reiten umfasst pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen, die über das Medium Pferd umgesetzt werden." Eine komplizierte Beschreibung, für eine eigentlich einfache Sache. Therapeutisches Reiten hilft Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, die körperlich und seelisch beeinträchtigt sind. Die Entwicklungsförderung steht dabei im Mittelpunkt, die reiterlichen Fähigkeiten sind eher nebensächlich. Es gibt insgesamt vier Sparten, die das Österreichische Kuratorium für Therapeutisches Reiten (OKTR), betreut. Das OKTR ist ein gemeinnütziger Verein, der sich auch noch mit den Themen Wissenschaft, Aus- und Fortbildung, Organisation und dem Reit- und Fahrsport beschäftigt. 

Hippotherapie


Sie wird ärztlich verordnet und von einer Physiotherapeutin mit der Zusatzausbildung Hippotherapie unter Einsatz eines Therapiepferdes durchgeführt. Die Leitung der Hippotherapie obliegt dem Therapeuten. Sie muss dem Patienten individuell angepasst und dem Therapieplan entsprechend aufgebaut werden. Das Pferd wird von einem Pferdeführer therapeutisch (seitlich) oder am Langzügel (von hinten) geführt.

Zielgruppe sind Menschen mit:

  • Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems
  • Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates
  • Muskel- und Stoffwechselerkrankungen
  • durch Chromosomenanomalien verursachte Syndrome
  • Frauen mit gynäkologischen Problemen


Heilpädagogische und therapeutische Förderung mit dem Pferd (HTFP)


Bei dieser ganzheitlichen Therapieform wird eine positive Beeinflussung des Befindens, des Sozialverhaltens und der Persönlichkeitsentwicklung angestrebt. Das Bewegt- und Getragenwerden auf dem Pferderücken und die Gestaltung der Beziehung zum Therapiepferd und zum Therapeuten, unterstützen die Auseinandersetzung mit individuellen Schwierigkeiten.

Zielgruppe sind Menschen mit:

  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Geistiger Einschränkung
  • Sinneseinschränkung
  • Teilleistungs- und Lernschwächen
  • Wahrnehmungs- und Sprachstörungen
  • Problemen im emotionalen und sozialen Bereich
  • Psychiatrischen Erkrankungen


Integratives Reiten


Das Pferd als Partner eröffnet Menschen mit Handicap den Zugang zu medizinisch wertvoller Freizeitgestaltung bis hin zur Teilnahme am allgemeinen Turniersport. Hilfsmittel wie speziell angefertigte Sättel, Steigbügel und Zügel erleichtern das Erreichen reiterlicher Ziele – selbst bei Reitern mit schwereren Handicaps.

Zielgruppe sind Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen, die sich sportlich betätigen möchten, jedoch keine "Therapie" benötigen.


Ergotherapie mit Pferd


Die ergotherapeutischen Maßnahmen werden mit dem Pferd, auf dem Pferd, sowie im Umfeld des Pferdes (Stall, Putzplatz, Reitplatz) durchgeführt. Sie führen zu besserer Wahrnehmung, besserer Koordinierung der einzelnen Handgriffe und in der Folge zu mehr Selbstsicherheit in der Durchführung alltäglicher Handlungen. 

Zielgruppe sind Menschen die:

  • Probleme bei der Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung haben
  • eine Verbesserung der Handlungsplanung und Handlungskompetenz anstreben
  • eine Verbesserung der motorischen, kognitiven, psychischen und emotionalen Fähigkeiten erreichen wollen


Welche Pferde eignen sich?


Therapiepferde sollten ein ruhiges Wesen haben und interessiert daran sein, mit Menschen in Kontakt zu treten. Das Pferd kann nur dann seine Aufgaben erfüllen, wenn es körperlich und psychisch gesund und ausgewachsen ist. Die Ausbildung auf den jeweiligen Aufgabenbereich wird sorgfältig vorbereitet. Wenn das Pferd über eine solide Grunderziehung verfügt, wird es gezielt in seiner Persönlichkeit gefördert. Die Gesundheit des Pferdes, sowohl körperlich als auch psychisch, ist abhängig vom Leben in Gruppen mit Artgenossen und einem Menschen, der es verantwortungsvoll versorgt.

Kosten


Wie viel eine Therapieeinheit kostet, hängt vom jeweiligen Therapeuten ab. Wie lange eine Einheit dauert entscheidet der zuständige Arzt. In Rücksprache mit dem Therapeuten, kann die Dauer individuell an den Patienten angepasst werden.


Kontakt


In jeder Sparte gibt es einen Landesgruppenleiter
Weitere Infos auf www.oktr.at

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