Zecken gefährden Ihre Gesundheit

Zeckengefahr!
2Bilder
  • Zeckengefahr!
  • Foto: Erik Karits
  • hochgeladen von Eva Berger

RIED. Die FSME ist eine Viruserkrankung. Die Infektionsgefahr ist in ganz Europa gegeben und beginnt jahreszeitlich im Februar und endet im November. Die Krankheit verläuft in zwei Phasen: in der ersten Phase klagen die Patienten über Allgemeinbeschwerden wie Temperaturanstieg (meist unter 39°C), Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Husten und Schnupfen. Nach einer meist beschwerdefreien Zeitspanne von maximal 8 Tagen kommt es dann zu jenen Symptomen, die den Befall des Nervensystems signalisieren. In 25 Prozent  der Fälle kommt es dabei zu einer isolierten Gehirnhautentzündung (Meningitis) mit Fieber, Nackensteifigkeit, Lichtscheue und Übelkeit.

Gefahr Gehirnentzündung

Bei 70 Prozent der Betroffenen ist jedoch eine Mitbeteiligung des Gehirns in Form einer Gehirnentzündung (Encephalitis) nachweisbar. Hierbei zeigen sich häufig eine Hirnschwellung und Einblutungen in das Gehirn mit Bewusstseinstrübungen, Lähmungen und epileptischen Anfällen. Bis zu zwei Prozent dieser Fälle enden leider tödlich.
Der entzündliche Befall des Rückenmarkes und der Nervenwurzeln mit einer Querschnittslähmung kommt in bis zu zehn Prozent der Fälle vor und ist mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 20 Prozent verbunden.

Eine spezifische Behandlungsform der FSME gibt es nicht. Daher können nur die Symptome in Form von Fiebersenkung, Schmerzbekämpfung und neurologischer Rehabilitation behandelt werden. „Die Impfung gegen die FSME ist der einzig wirksame Schutz,“ betont Andreas Kampfl, Leiter der Neurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Die geimpfte Person ist zu 99 Prozent vor der Erkrankung und deren Folgen geschützt. Klinisch relevante Impfkomplikationen treten bei gesunden Menschen keine auf.

Borreliose

Anders als bei der FSME kann gegen die Borreliose nicht geimpft werden. Sie ist jedoch als bakterielle Erkrankung mittels antibiotischer Behandlung heilbar. Vier bis sechs Wochen nach dem Zeckenstich kann es zu einer entzündlichen Reaktion des Nervensystems („Neuroborreliose“) kommen. Diese zeigt sich zumeist in Form einer Hirnhautentzündung als auch in Form einer Nervenentzündung. Die Nervenentzündung geht oft mit heftigsten, manchmal unerträglichen Schmerzen im Ausbreitungsgebiet der betroffenen Nerven einher. Oft kommt es zu einer Verstärkung der Schmerzen in der Nacht. In bis zu 90 Prozent der Fälle kommt es zu einer Gesichtslähmung.

Klinisch neurologische Untersuchung

Ein positiver Blutbefund alleine bedeutet nicht, dass eine Person tatsächlich an einer Borreliose erkrankt ist. Die sichere Diagnose einer FSME und Neuroborreliose kann nur durch eine exakte klinisch neurologische Untersuchung und durch die Beurteilung der Rückenmarksflüssigkeit mittels einer Lumbalpunktion („Kreuzstich“) gestellt werden. Diese wird durch ein spezielles Verfahren an der Neurologie des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Ried schmerzfrei durchgeführt.

Zeckengefahr!
Prim. Univ.-Prof. Dr. Andreas Kampfl Leiter der Abteilung für NeurologieKrankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen