100-Jähriger Waldzeller feierte Geburtstag
Johann Rachbauer verdankt sein Leben einer russischen Familie

Johann Rachbauer aus Waldzell feierte am 13. Jänner 2022 seinen 100. Geburtstag.
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  • Johann Rachbauer aus Waldzell feierte am 13. Jänner 2022 seinen 100. Geburtstag.
  • Foto: Alois Litzlbauer
  • hochgeladen von Bernadette Wiesbauer

WALDZELL. Johann Rachbauer aus Waldzell wurde am 13. Jänner 2022  100 Jahre alt und darf sich bester Gesundheit erfreuen. Ein tägliches Achterl Rot ist seine Naturmedizin. Außerdem hat er 1980 mit dem Rauchen aufgehört. Dass der pensionierte Postbus-Chauffeur so alt wurde, verdankt er aber vor allem einer russischen Familie, die ihn am heiligen Abend  1941 in Weißrussland nicht an die Partisanen verraten hat. Ein Bericht von Alois Litzlbauer.

Der gebürtige Mehrnbacher wurde im schneereichen Winter 1922 in Käfermühl geboren und ist heute noch allseits bekannt als umsichtiger Postbus-Chauffeur, der in der Umgebung von Ried und auch auf der Linie Salzburg seinen Dienst 46 Jahre lang versah. Ein besonderes Ereignis war für ihn der Einsatz mit dem Postauto bei den olympischen Spielen in Innsbruck 1964, wo er – wie viele Kollegen – die Sportler, Funktionäre und Zuseher zu den Wettkampfstätten brachte. Wie seine Kollegen erhielt er eine Olympia Auszeichnung direkt aus den Händen von Bundespräsident Franz Jonas.

Sehr engagiert

50 Jahre lang war Rachbaue Obmann des Kriegsopferverbandes. Dafür erhielt er eine der höchste Auszeichnungen vom schwarzen Kreuz, das große goldene Ehrenzeichen. Bei der Ortsfeuerwehr Waldzell bringt es der älteste Gemeindebürger von Waldzell sogar auf über 80 Dienstjahre. Sein öffentliches Engagement – Rachbauer war zwölf Jahre auch im Waldzeller Gemeinderat tätig – wurde mit zahlreichen weiteren hohen Auszeichnungen gewürdigt. Besonders stolz ist er auf den Ehrenring seiner Heimatgemeinde Waldzell.

Einprägsame Erlebnisse

Das Erlebnis am heiligen Abend 1941 in Weißrussland Nähe Minsk wird Hans Rachbauer zeitlebens nicht vergessen: Eine russische  Familie hatte ihn damals nicht an die Partisanen verraten. Fünf Jahre später war es wieder der heilige Abend, der sich in Rachbauers Gedächtnis tief einprägte: nach knapp zwei Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft in Lemberg kam er am 24. Dezember 1946 abgemagert, nur mehr 45 Kilogramm schwer, heim nach Käfermühl zu seiner Frau Cäcilia, die er im Oktober 1944 während eines kurzen Fronturlaubs geheiratet hat. Drei Kinder stammen aus dieser Ehe. Weiters darf Rachbauer acht Enkel, acht Urenkel und einen Ururenkel zu seiner Familie zählen.

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