Interview Thomas Hasenleitner
"An meinem Job liebe ich den Nervenkitzel am meisten"

Thomas Hasenleitner, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant in Ried
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  • Thomas Hasenleitner, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant in Ried
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Thomas Hasenleitner folgt Wolfgang Zieher als stellvertretender Bezirkspolizeikommandant in Ried.

BEZIRK RIED (schi). Der gebürtige Eggelsberger wohnt in Schalchen bei Mattighofen und begann mit jungen 15 Jahren die Polizeiausbildung. Was er seither erlebt hat, erzählt der 48-Jährige im Interview.

BezirksRundschau: Polizeischule mit 15 Jahren – wie geht das?
Hasenleitner:
Nach der neunten Schulstufe besuchte ich für drei Jahre die Kadetten- oder Praktikantenausbildung in St. Pölten. Heute gibt es die nicht mehr. Ich war einer von sieben Bewerbern aus Oberösterreich. Nach Abschluss der Ausbildung wurde ich zum Gendarmerieposten Mattighofen ausgemustert. Dort machte ich sechs Jahre Dienst. Es war eine tolle Zeit. Nachdem ich den Kurs für dienstführende Wachebeamte gemacht habe, kam ich zur Autobahnpolizei nach Seewalchen. Dort trat ich aber nicht zum Dienst an, da ich mich gleichzeitig beim Einsatzkommando Cobra beworben habe und dort genommen wurde.

Die Zeit bei der Cobra war sicher eine spannende.
Hasenleitner:
Auf jeden Fall! Ich habe so viele Eindrücke gesammelt und Menschen kennengelernt, war viel im Ausland unterwegs und eigentlich nie zu Hause. Das hat mich damals noch nicht gestört, da ich noch keine eigene Familie hatte. Für die Einsätze reiste ich in die USA, nach Südafrika, Hongkong, Algerien. Oft waren wir als Personenschützer mit Wolfgang Petritsch und Franz Vranitzky unterwegs. Wir fuhren mit militärischer Begleitung der Amerikaner in gepanzerten Limousinen – wie im Film (lacht)! Bei Flügen nach Damaskus oder Beirut waren wir auch als Air Marshals an Bord, um im Falle eine Flugzeugentführung oder ähnlichem eingreifen zu können.

Vermissen Sie die Zeit beim Einsatzkommando?
Hasenleitner: Ich vermisse die Zeit schon ein wenig, aber ich glaube nicht, dass ich das wieder machen möchte. Die Anforderungen sind sehr hoch und die Einsätze fordern einen sehr. Vor allem meine Familie würde darunter leiden, wenn ich nie zu Hause wäre.

Wie ging es nach der Cobra weiter?
Hasenleitner:
Nach vier Jahren beim Einsatzkommando arbeitete ich wieder in der Dienststelle Mattighofen. Gleichzeitig war ich bei der Sondereinsatzgruppe der Gendarmerie dabei. Früher wurde die Cobra nur zu extremen Fällen gerufen. Wenn die Cobra nicht gefahren ist, dann haben wir den Job gemacht. Mit der Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei 2005 wurde diese Sondereinsatzgruppe aber nicht mehr gebraucht. Deswegen absolvierte ich die Ausbildung für den Sicherungs- und Ordnungsdienst. Das sind die, die bei Fußballspielen mit den weißen Helmen anrücken (lacht).

Man merkt schon, Sie suchen den Nervenkitzel.
Hasenleitner:
Ja irgendwie schon (lacht). 2004 wurde eine Einsatzgruppe zu Bekämpfung der Straßenkriminalität gegründet. Einige Kollegen aus dem Innviertel und ich machten dort vier Jahre Dienst in Linz. Wir waren sehr erfolgreich. Ich war bei bestimmt 1000 Verhaftungen mit dabei und immer unterwegs. Privatleben und Beruf dabei unter einen Hut zu bekommen, ist ziemlich schwierig. Schlussendlich habe ich mich dann entschieden, wieder zu Hause zu arbeiten.

Zu Hause arbeiteten Sie dann in der Kriminaldienstgruppe des Dienstpostens in Mattighofen?
Hasenleitner:
Ja genau. Acht Jahre hab ich dort verbracht, bevor ich stellvertretender Postenkommandant in Friedburg wurde. Kurz darauf ging der Kommandant in Pension und ich erhielt den Posten. Wir waren eine super Truppe aus zehn Leuten. Es hat mir sehr gefallen und ich hatte dort eine tolle Zeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Anfangs war ich zwar ein bisschen skeptisch, da ich nur die Dienststelle in Mattighofen kannte, aber ich bereute meine Entscheidung kein bisschen.

Und seit Anfang Juni diesen Jahres sind Sie nun im Bezirkspolizeikommando Ried.
Hasenleitner:
Stimmt. Ich habe mich schon gut eingelebt und verstehe mich gut mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Als stellvertretender Bezirkspolizeikommandant habe ich die Einsatzplanung und das Verkehrsreferat über. Vor allem die Einsatzplanung finde ich sehr spannend. In Ried ist aus polizeilicher Sicht richtig was los: Woodstock der Blasmusik, die Fußballspiele und Messen. Ich mag den Nervenkitzel, der mit solchen Veranstaltungen einhergeht und freue mich auf die kommenden Einsätze.

Sie sind nicht nur im Beruf sondern auch in Ihrem Hobby, dem Tennis spielen, sehr erfolgreich.
Hasenleitner:
Derzeit schon noch (lacht). Ich mache generell viel Sport. Laufen, Mountainbiken, Schwimmen, Skifahren – was man halt so macht. Tennis spiele ich seit meinem zwölften Lebensjahr beim UTC Eggelsberg. Auch bei den Landes- und Staatsmeisterschaften der Polizei bin ich fast immer dabei. Heuer habe ich im Einzel die Silbermedaille geholt. Beim Doppel wurden mein Partner und ich sogar Bundessieger.

Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, etwas anderes machen?
Hasenleitner:
Eigentlich nicht. Man kann bei der Polizei so viel machen: Pilotenausbildung, Kriminaldienst, Tatortarbeit und vieles mehr. Das Angebot ist sehr abwechslungsreich. Vielleicht hab ich auch nie darüber nachgedacht, weil ich bereits so viele Sachen innerhalb des Polizeidienstes ausprobiert habe.

Vielen Dank für das Interview und auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!

Autor:

Lisa Schiefer aus Ried

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