Medizinische Versorgung in Gefahr
Aurolzmünster bald ohne Arzt? (inklusive Video)

Bürgermeister Walter Schneider, Moderator Michael Dihlmann, Arzt Johann Semm und Rechtsanwalt Markus Lechner.
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  • Bürgermeister Walter Schneider, Moderator Michael Dihlmann, Arzt Johann Semm und Rechtsanwalt Markus Lechner.
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AUROLZMÜNSTER. Bei einer Infoveranstaltung in Aurolzmünster zum Thema Hausapotheke gingen die Wogen hoch. Der Grund: Die Zukunft der medizinischen Versorgung ist in dieser Gemeinde in Gefahr. 

Kein Nachfolger in Sicht

Der 66-jährige Hausarzt  Johann Semm sucht bereits seit einiger Zeit einen Nachfolger für seine Ordination in Aurolzmünster. Ein schwieriges Unterfangen: „Mit 3.000 Menschen wären sicher genügend Patienten für den wirtschaftlichen Betrieb einer Ordination vorhanden. Doch ohne Hausapotheke interessiert sich niemand für diese Stelle. Es gab immer wieder Interessanten. Wenn diese aber hören, dass keine Hausapotheke erlaubt ist, hat sich das Telefonat erledigt", so Semm. Schuld an der Situation ist das Apothekengesetz, dass sich zwar dauernd ändert, nicht aber zum Vorteil der Ärzte. "Bei uns sind alle sechs Kilometer Apotheken erlaubt. Meine Ordination liegt 30 Meter zu nah an der nächsten Apotheke. Ich hätte meine Ordi nach Forchtenau verlegen können. Hier hätte ich eine Hausapotheke führen dürfen. Doch dann wäre ich für meine Patienten viel schwieriger zu erreichen gewesen", so Semm.
Dabei ist nicht das ohne Hausapotheke fehlende Zusatzeinkommen ausschlaggebender Grund für die Unattraktivität der Stelle: "Besonders bei Hausbesuchen in der Nacht ist es völlig unbefriedigend, wenn du als Arzt einem hochfiebernden Kind vor Ort kein Medikament geben kannst. Du musst der Mutter erklären, dass sie bitte in die nächste Apotheke fahren muss", so Semm. 

Forderung für Einarztgemeinden

Ebenfalls bei der Infoveranstaltung zu Gast war Rechtsanwalt Markus Lechner von der „Plattform Einarztgemeinde“. Laut Lechner stehen in ganz Österreich etwa 160 Gemeinden gänzlich ohne Medikamentenversorgung da, davon rund 25 in Oberösterreich. Die Plattform Einarztgemeinde möchte diesen Zustand verbessern und fordert die Möglichkeit zur Führung von ärztlichen Hausapotheken in allen Einarztgemeinden – ohne Einschränkungen. Bürgermeister Walter Schneiderbauer unterstützt dieses Anliegen. „Eine optimale Versorgung sowohl medizinisch als auch mit Medikamenten ist für alle Gemeinden unbedingt notwendig. Wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert, dann steht Aurolzmünster demnächst ohne Arzt und ohne Medikamentenversorgung da!" Dabei gebe es in Aurolzmünster sogar bereits seit vielen Jahren ein Ärztehaus. "Auch hier darf keine Hausapotheke geführt werden. Daher war dieses Objekt nie für einen Hausarzt interessant. Nur unser Zahnarzt ist hier angesiedelt", so Schneiderbauer.

Apotheker befürchten massive Einbußen

Absolute Gegner der Einführung von Hausapotheken in allen Einarztgemeinden sind die Apotheker. Diese befürchten 70% Einkommenseinbußen, sollte das Apothekengesetz dementsprechend geändert werden. Ihr Angebot: die Eröffnung von Filialen in den Gemeinde.

Ein Video von der Veranstaltung finden Sie hier!

Autor:

Bernadette Wiesbauer aus Ried

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