Damit Fruchspieß, Langos und Co. nicht schwer im Magen liegen

Gerhard Wimmesberger ist Lebensmittelinspektor in Ried.
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  • hochgeladen von Eva Berger

BEZIRK (ebe). Gerhard Wimmesberger hat im Bezirk Ried in Sachen Lebensmittel den Durchblick. Vom Lebensmittelrecht über Verordnungen, die richtigen Kennzeichnungen und Hygienebestimmungen – in seiner Funktion als Lebensmittelinspektor kommt er durch den ganzen Bezirk. Wenn die Herbstmesse in Ried ihre Pforten für Besucher öffnet, ist bei ihm Hochsaison. Vom Süßigkeiten-Stand bis zum großen Festzelt, vom Direktvermarkter bis zu italienischen Delikatessen – überprüft werden alle Messestände, die Lebensmittel anbieten. Aber auch kosmetische Produkte und Spielwaren fallen unter die Zuständigkeit der Lebensmittelaufsicht. Gemeinsam mit einem Kollegen führt Wimmesberger rund 200 Kontrollen durch. Dabei werden sowohl bauliche Voraussetzungen, wie Boden, Abwasch- und Handwaschmöglichkeiten, als auch die Lebensmittel begutachtet. Wie frisch sind sie? Wurde die Kühlkette unterbrochen? Werden sie sauber aufbewahrt?

Zwei Drittel mehr Kontrollen

"Beanstandet werden gelegentlich die Stände selbst, die durch den Transport beschädigt werden. Aber auch die Kühlkette ist regelmäßig Thema", erklärt der Inspektor und erläutert: "Wir kontrollieren vom ersten Tag an, nehmen Proben, schicken diese zur Untersuchung nach Linz. Während der gesamten Messe werden Stichproben genommen und Nachkontrollen durchgeführt. Ein gewisses Risiko bei Großveranstaltungen ist immer vorhanden. Es ist keine Routine, sondern eine Ausnahmesituation, die besondere Achtsamkeit erfordert", weiß Wimmesberger, der im Jahr etwa 300 Routinekontrollen durchführt. "Bei der Messe sind es dann noch einmal 200 Kontrollen zusätzlich, allerdings sind diese auf kleinem Raum und dadurch schneller durchzuführen."

Kennzeichnungspflicht

Neben der Hygiene ist Wimmesberger bei seinen Kontrollen oft mit der Lebensmittelinformationsverordnung, also der Kennzeichnungspflicht, konfrontiert. Vorgegeben wird der Großteil der Richtlinien von der EU. "Die EU regelt sehr viel. Das ist einerseits gut, weil klare Vorgaben auch einfacher umzusetzen sind. Aber gerade kleine Betriebe haben durch die Flut an Verordnungen keinen Überblick mehr. Wir sind zwar nicht der erste Ansprechpartner für Betriebe, allerdings stehen wir gerne für Beratungen und Auskünfte zur Verfügung. Besser vorher schon helfen, als später Mängel feststellen", ist Wimmesberger sicher. Er betreut im Bezirk Ried etwa 750 Betriebe, vom landwirtschaftlichen Direktvermarkter über Supermärkte, Gastwirte, Großküchen, Drogeriemärkte oder auch Marktfahrer. Neu sind die Online-Händler. Wimmesbergers grundsätzliche Aufgabe ist es, die Unternehmer über die festgestellten Mängel mündlich oder auch schriftlich aufzuklären. Zeigen sich diese nicht kooperationsbereit oder besteht Gesundheitsgefahr, muss er rasch handeln. "Zum Glück brauche ich das Druckmittel 'Anzeige' nur sehr selten." Theoretisch könnte er Strafen bis zu 100.000 Euro verhängen.

Das vielbedruckte Etikett

Die ausführliche Lebensmittelkennzeichnung heißt Wimmesberger für gut, obwohl er die Übersichtlichkeit kritisch sieht. "Durch die Kennzeichnung werden Lebensmittel und deren Herkunft sowie Inhalte nachvollziehbarer und durchschaubarer für den Konsumenten. Man kann über die EU sagen, was man will. Aber in der Lebensmittelindustrie hat sie unser Land definitiv weitergebracht."
Neben dem Verzeichnis der Zutaten müssen auch allergene Zutaten und Hilfsstoffe, die Menge bestimmter Zutaten oder Ursprungsland und Herkunftsort angeführt sein. Auch bei verarbeiteten Produkten, die zu einem großen Anteil aus Fleisch, Milchprodukten oder Eiern bestehen, braucht es mehr Transparenz in Bezug auf die Herkunft, fordert auch die Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

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