Ein Jahr später
Dankesworte sorgten für Gänsehaut

Rückblick: Am 19. April 2018 halfen die Einsatzkräfte mit Hochdruck zusammen, um die beim Bahnübergang in Aurolzmünster Verunglückte aus dem Auto zu bergen.
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  • Rückblick: Am 19. April 2018 halfen die Einsatzkräfte mit Hochdruck zusammen, um die beim Bahnübergang in Aurolzmünster Verunglückte aus dem Auto zu bergen.
  • Foto: FF Aurolzmünster
  • hochgeladen von Bernadette Wiesbauer

AUROLZMÜNSTER. Am 19. April 2018 kam die Mutter von Christian Jodlbauer bei einem tragischen Zugunglück am Bahnübergang beim Sportplatz in Aurolzmünster ums Leben. Ein Jahr später überraschten die Angehörigen der Verstorbenen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Aurolzmünster nach ihrer wöchentlichen Mittwochsübung mit einer Jause und einem zweiseitigen Brief. Zeile für Zeile wurde der sehr emotionale Text der gesammelten Mannschaft vorgetragen. Es herrschte absolute Stillte.

Auszug aus dem Brief

"Ich sah euch schweißgebadet und teilweise auch selber leicht verletzt und blutend, wie ihr mit Hochdruck versucht habt, meine Mutter aus dem Fahrzeug zu bergen. Dann erfolgte für mich das Wunder: Trotz ihrer schweren inneren Verletzungen konntet ihr meine Mutter, äußerlich völlig unversehrt, aus dem Unfallwrack bergen... Durch eure professionelle Arbeit war es uns Angehörige im Krankenhaus möglich, uns von Mama würdevoll zu verabschieden. Das war uns sehr wichtig beziehungsweise tröstlich. Wenn man die Sirene hört, ist ein Unglück immer weit weg und betrifft sicher jemand anderen, den man wahrscheinlich nicht kennt. Wie viele Menschen sich aber ehrenamtlich freiwillig auf den Weg machen, um anderen zu helfen, darüber macht man sich meistens wenig oder gar keine Gedanken. Wenn man aber selber betroffen ist, ändert sich das schlagartig. Mir ist bewußt, wie schwer und fordernd solche Einsätze sind. Speziell, wenn es sich um so schwere Personenschäden handelt. Daher ein weiteres großes Danke an alle, die direkt am Unfallort so großartig mitgewirkt haben. Es ist sicher nicht einfach, solche Einsätze zu verarbeiten. Aber ich kann nach einem Gespräch mit der Notärztin sagen, dass meine Mutter auf der Stelle bewusstlos war und den Unfall wahrscheinlich nicht einmal mitbekommen hat. Das Wissen, dass ihr hervorragend gearbeitet, besser gesagt zusammengearbeitet habt, und unsere Dankbarkeit und unser Respekt für euch und eure schwierige Aufgabe, sollen euch auch weiterhin Motivation geben, anderen zu helfen", so Christian Jodlbauer in seinem Brief.

Gänsehaut am ganzen Körper

Diese Zeilen gingen bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Aurolzmünster tief unter die Haut. OBI Alexander Fraueneder dazu: "Ich spürte auf einmal eine Gänsehaut am ganzen Körper und wusste nicht, ob mir kalt oder warm ist. Aber eines wusste ich zu diesem Zeitpunkt ganz genau. Und zwar, dass ich stolz bin, Teil dieser Körperschaft zu sein, auch wenn es manchmal nicht nur körperlich sondern auch psychisch sehr fordernd ist."
"Neben der Freiwilligen Feuerwehr möchte ich mich nochmals bei allen Einsatzkräften bedanken. Es war sogar eine Notärztin vor Ort, die eigentlich frei gehabt hätte. Dass wir mit diesem Brief so eine große Wirkung erzielen, hat mich auch erschreckt. Denn Dank sollte normalerweise nichts außergewöhnliches sein", so Christian Jodlbauer im Gespräch mit der BezirksRundschau.

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