Kein Gehsteig, keine Beleuchtung, unübersichtliche Stellen
Der Schulweg ist oft kein Spaziergang

Wer von Wegleiten zu Fuß nach Ried will, muss die Eberschwangerstraße überqueren - ohne Zebrastreifen.
  • Wer von Wegleiten zu Fuß nach Ried will, muss die Eberschwangerstraße überqueren - ohne Zebrastreifen.
  • Foto: BRS
  • hochgeladen von Bernadette Wiesbauer

BEZIRK RIED. Schulwege sollten verkehrstechnisch so gestaltet werden, dass das Unfallrisiko minimal ist. Dass das leider nicht immer der Fall ist, zeigen die Beispiele Wegleiten und Försterstraße in der Stadt Ried. Da die einstige Bushaltestelle in der Försterstraße zu klein und nicht barrierefrei war, musste sie verlegt werden. Seither beschreiben einige Bewohner den Weg dorthin als sehr gefährlich. Der Grund: es gibt keinen Gehsteig, dafür aber eine unübersichtliche 90-Grad-Kurve. Aufgrund der Berichterstattung der BezirksRundschau befasst sich nun auch die Politik mit diesem Thema. Verkehrsstadtrat Lukas Oberwagner dazu: "Der Stadtgemeinde Ried ist diese Problematik bewusst und wir arbeiten an einer Lösung für den gesamten Straßenzug."
Eine große Gefahrenquelle birgt auch der lange Umweg, den die Einwohner des Rieder Stadtteils Wegleiten seit Abriss der Eisenbahnüberquerung auf sich nehmen müssen, um nach Ried zu gelangen. 700 Bürger, darunter viele Schulkinder, sind nun auf einer Straße der ÖBB entlang der Gleise unterwegs. "Diese Straße hat keinen Gehsteig, ist schmal und nicht beleuchtet. Bei der Überquerung der Eberschwanger Straße existiert kein Zebrastreifen, obwohl die Stelle sehr unübersichtlich ist. Es gilt hier zwar Tempo 50, die Autos glühen aber mit 80 daher. Besonders in der dunklen Jahreszeit ist dieser Weg eine echte Katastrophe", so Stadtrat Peter Stummer, der die Stadt Ried und die ÖBB in die Verantwortung ruft. "Dass die Stadt Ried hier so wenig Druck macht, ist eine Frechheit sondergleichen. Wir brauchen uns nicht wundern, wenn Eltern aus Wegleiten ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen. Ein Citybus wurde zwar angekündigt, aber nicht realisiert", so Stummer. Zu allem Überfluss gibt es immer wieder Personen, darunter auch Kinder, die anstelle des Umweges lieber die Gleise überqueren und sogar zwischen den Wagons durchklettern. 

Schutzweg verlegt

Mit der Verlegung eines Schutzweges konnte in Pattigham kürzlich die Sicherheit der Kinder und aller anderen Bürger erhöht werden. Nach langjährigen Bemühungen und einer Begutachtung durch das Amt der OÖ Landesregierung wurde der Schutzweg auf Höhe des Ortsbrunnens neu errichtet. Damit ging ein Wunsch vieler Familien, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgten, in Erfüllung. In Pattigham gibt es mit der Ortschaft Hof eine weitere "Problemzone", die nun durch die Ausschilderung als Ortsgebiet samt Überholverbot entschärft werden soll. Eine Abordnung überreichte kürzlich Bürgermeister Johann Urwanisch und Amtsleiter Daniel Unterberger eine von 121 Bürgern unterzeichnete Wunschliste. Im Bereich der Bushaltestelle soll zudem ein Zebrastreifen angelegt werden, sodass vor allem Schulkinder die Straße gefahrlos überqueren können. Urwanisch versprach Unterstützung. Er habe bereits Kontakt mit der Bezirkshauptmannschaft aufgenommen, in Kürze soll es einen Lokalaugenschein geben.

Zur Sache:

• In Oberösterreich wurden 2019 bei 94 Verkehrsunfällen 105 Schüler auf ihrem Schulweg teils schwer verletzt
• Im Vergleich zu 2018 sank die Zahl der Schulwegunfälle in Oberösterreich von 118 auf 105, in Österreich von 610 auf 576. Trotzdem ist jeder Unfall einer zu viel. (Quelle: KFV)

Tipps vom Oberösterreichischen Zivilschutzverband für Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen:
• Helle Kleidung tragen
• Kleidung mit Reflektoren ausrüsten
• auf 360 Grad Rundum-Sichtbarkeit achten
• Warnweste zusätzlich zur gesetzlichen Tragepflicht verwenden: Um den Schulweg so sicher wie möglich zu gestalten, teilte das Land Oberösterreich heuer gemeinsam mit der AUVA, der Wiener Städtischen Versicherung und der Hypo Oberösterreich 20.000 kostenlose Warnwesten an Schulanfänger aus.

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