Die Biogas-Branche im Innviertel kann aufatmen

Biogasanlagen
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BEZIRK. Mit Inkrafttreten des Ökostromgesetzes 2002 entschieden sich viele Unternehmer in Biogasanlagen zu investieren. Über 600 Millionen Euro wurden damals von den Betreibern in der Region investiert. Seit Jahren fordern die Biogasanlagenbetreiber eine sinnvolle Verlängerung der Einspeisetarife. Doch die kritische Situation hat nun ein Ende: Die Kleine Ökostromnovelle wurde im Nationalrat einstimmig beschlossen. „Das Drängen auf Planungssicherheit und der Möglichkeit der Weiterentwicklung für die Biogasanlagenbetreiber hat sich gelohnt“, zeigt sich der ÖVP-Abgeordnete Manfred Hofinger erfreut über den Beschluss erfreut.

Effiziente Entwicklung

Biogasanlagen bieten völlig neue Möglichkeiten in der Verwertung organischer Substanzen. Es werden längst nicht mehr reine Kulturpflanzen verwendet, sondern immer mehr Feldreste, wie Zwischenfrüchte, Maisstroh, Rapsstroh, sowie Schweine- und Rindermist kommen zum Einsatz. Das eröffnet für Landwirte neue Perspektiven als möglicher Rohstoff- und Energielieferant. Das weiß auch Josef Höckner. Der Utzenaicher kennt den Umdenkprozess und hat mit seinem Unternehmen darauf reagiert: "Wir bauen klassische Biogasanlagen um auf Reststoffverwertung. Denn Feldreste sind Materialien, die außer Konkurrenz stehen. Außerdem schützt es unsere Böden. Wenn die Pflanzen am Feld stehen bleiben, erhöht sich der Schädlings- und Pilzdruck. Dadurch sinkt das Risiko für Nachfolgekrankheiten." Auch bei einer Aberntung von verbleibendem Material der Kulturpflanzen steht dem Boden genügend organische Substanz für einen ausgewogenen Humushaushalt zur Verfügung. Das wiederum bedeutet eine Einsparung von organischem Dünger, Insektiziden und Fungiziden.
In der Gemeinde St. Georgen betreibt Familie Schwarzmayr übrigens die zweite Biogasanlage im Bezirk Ried. Sie erzeugen damit Ökostrom für rund 560 Haushalte. Die Abwärme nutzen etwa 150 Landwirte aus der Umgebung zur Trocknung von Getreide, Hackschnitzel und Heu. Mit der diskutierten Ökostromnovelle stand die Anlage nun vor der Schließung.

Hohe Wirtschaftsleistung

Höckner betreibt in Utzenaich mit seinem Unternehmen "Biog" nicht nur selbst eine Biogasanlage. Sein 120-köpfiges Team baut bestehende Biogasanlagen weltweit um auf Reststoffverwertung. "Bei Biogasanlagen beginnt die regionale Wertschöpfung schon beim Bau der Anlage, es folgt die Rohstoffgewinnung. Dabei geht es um das Säen von Zwischenfrüchten. Geerntet werden diese von heimischen Landwirten. Diese bestücken die Biogasanlage und bringen den Gärmist wieder zurück auf die Felder, um die langsam abbaubaren Kohlenstoffe zur Humusbildung retour zu führen. Das heißt bei vielen Arbeitsschritten profitiert die heimische Wirtschaft und Wertschöpfung bleibt in der Region.

Wie geht es weiter?

"Pro Ökostrom" – eine Bürgermeisterinitiative hat insgesamt 80 Gemeinden dazu bewegt, für die Erhaltung der Biogasanlagen zu unterschreiben. Auch Nationalrat Manfred Hofinger setzte sich für die Betreiber ein. "Klimaschonenende und effiziente Energiegewinnung quasi vor der Haustür muss gefördert statt eingebremst werden", so Hofinger. Die Verhandlungen mit SPÖ und Grüne waren äußerst schwierig und langatmig. „Ich bin froh, dass sich unsere Argumente durchsetzen konnten“, ist Hofinger erleichtert.

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