JubiläumsRundschau
Ein schwerer Sturm und Hochwasser erschüttern Ried

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BEZRIK (schi). Die BezirksRundschau feiert heuer „100 Jahre Hoamatland“ und legt daher besonderes Augenmerk auf die Ereignisse von 1918 bis 2018. In dieser Zeit richteten Stürme und Hochwasser immer wieder erhebliche Schäden im Bezirk an.

Kirchen ohne Türme

Am 4. Juli 1929 zog ein Orkan über die Stadt Ried hinweg. Der Turmhelm der Stadtpfarrkirche wird auf den Kirchenplatz geschleudert und zertrümmert. Aber nicht nur die Rieder Kirche war betroffen, auch die Türme von Aspach, Kirchheim, Tumeltsham und Hohenzell fielen dem Jahrhundertsturm zum Opfer. Häuserdächer sind schwer beschädigt, die zwei Schlote der Ziegelfabrik stürzen ein und die neuen Kabinen der städtischen Schwimmschule werden ausgehoben und bis zum Rand des Schwimmbeckens getragen. Keiner der Bewohner kam bei diesem Sturm ums Leben. Der Kirchturm der Stadtpfarrkirche Ried war bereits nach einem Jahr in der alten Form wieder hergestellt. Für den Kern der Kuppel wählte man nun eine Eisenkonstruktion.

Ein Hochwasser nach dem anderen

Nach dem Jahrhundertsturm lassen starke Niederschläge am 7. und 8. Juli 1954 im Kobernaußer- und Hausruckwald die beiden Bäche Oberach und Breitsach über die Ufer treten. Bereits am frühen Vormittag stehen einige Gassen in der Stadt Ried unter Wasser. Zwei überschwemmte Häuser mussten durch Pfosten gestützt werden, um nicht einzustürzen. Das Wasser reisst Brücken mit sich und in der Genossenschaftsbrauerei wird die ganze Nacht gearbeitet, um die Hopfenvorräte zu retten. Etliche Firmenhallen und Wohnungen stehen unter Wasser, die Bahnhaltestelle Bad Ried ist nicht mehr erreichbar.

Auf dieses Hochwasser folgt das Nächste im Jahr 1985, darauf das Jahrhunderthochwasser 2002. Der niederschlagsreichste August seit 1957 beschert der Stadt enorme Schäden. Am 12. August 2002, kurz nach Mittag, wird Zivilschutzalarm gegeben. Die drei Rieder Bäche treten über die Ufer. Der Wasserpegel der Oberach steigt in knapp zwei Stunden um fünf Meter. Das Wasser am unteren Hauptplatz reicht bis zum Rathaus. Damals sind 450 Feuerwehrleute, 250 Soldaten und 80 Rot-Kreuz-Mitarbeiter sowie Exekutivbeamte im Einsatz. Ried ist für mehrere Stunden nicht erreichbar.

Bilder: Chronik der Stadt Ried

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