Eine Welt voll Magie und Zauberei - Anmerkungen zur Rieder Ausstellung

Eine Welt voll Magie und Zauberei - Berichtigungen zur Rieder Ausstellung

Das Rieder Museum Volkskundehaus schreibt in seiner Pressemitteilung zur kommenden "Hexenausstellung", die so die meisten regionalen Medien übernommen haben, die Hexenverfolgungen seien von der Kirche angeleitet und federführend betrieben worden. Das ist nach modernen Forschungsergebnissen nicht haltbar. Die katholische Kirche hat sich erst nach und nach in die Sache eingeklinkt, als die Hexenvervolgung regional in wüste Lynchjustiz auszuarten drohte. Erst dann wurden juristische Verfahrensregeln festgelegt, um die Sache in halbwegs "geordnete" Bahnen zu lenken. Im Artikel wird auf die Passage in Mose 2 (22,17) Bezug genommen: "Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen." Hier wäre anzumerken, dass in den deutschen katholischen Übersetzungen der 1500er Jahre nicht von Zauberinnen sondern von Zaubereren die Rede ist. Nachgeschlagen von mir in weit verbreiteten katholischen Originalbibeln von 1540, 1550 und 1580. Da die Inquisition in den kaiserlichen katholischen Ländern aber mindestens genauso schlimm wütete, wie im evangelischen Norden Deutschlands, ist der im Artikel versuchte Kausalzusammenhang: Böse Lutherübersetzung führt zu Hexenvervolgung schlichtweg unsinnig. Luther hat übrigens Hexenprozesse stets abgelehnt, auch wenn er, wie die meisten seiner Zeitgenossen, an die Existenz von Hexen glaubte. Das wäre anzumerken gewesen. Die Aussage, dass dadurch "die Frau in den Fokus der Verfolgung gerückt" ist, erscheint doch etwas holzschnittartig. Die besenreitende Hexe, die mit dem Teufel zugange ist, stellt ein wirkungsmächtiges Bildnarrativ dar, historisch evident ist die Erzählung kaum. Gerade in süddeutschen Territorien war der Anteil männlicher Opfer der (in dem Fall) Hexerverfolgung oft beinahe gleichhoch oder gar höher als der Frauenanteil (etwa in Salzburg, im Saarland...). Und der berühmte "Hexenhammer" wird in seiner Bedeutung genauso überschätzt, wie die "Hexenbulle" (übringes die einzige päpstliche Bulle, die sich mit Hexen je befasste).

Es wäre der Ausstellung im Museum Volkskundehaus zu gönnen, dass sie etwas anders gestrickt ist als der Pressetext dazu. Der ist nämlich keiner Weise auf dem aktuellen Stand der Forschung.

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