Freizeitbad Ried: Baukosten auf 4,3 Millionen gestiegen

Doch teurer als geplant: Das Freizeitbad Ried soll statt geplanten 2,2 Millionen jetzt 4,3 Millionen Euro kosten. Ein Rechtsstreit ist vorprogrammiert.
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  • Foto: BRS/Schiefer
  • hochgeladen von Eva Berger

RIED. (ebe) 2,2 Millionen Euro netto sollte das neue Freizeitbad in Ried kosten. In der Schlussrechnung, die die Baufirma nun der ISG vorlegte, verlangte die Firma aber knapp doppelt soviel. 4,3 Millionen Euro netto. Doch damit ist sowohl die ISG, die das Bad im Auftrag der Stadt errichtet, und auch die Stadt Ried nicht einverstanden. "Obwohl wir vorab über Kostensteigerungen informiert wurden, war die Erhöhung der Kosten auf die doppelte Summe nicht vorauszusehen. Eine Baufirma kann Steigerungen bekannt geben. Ob diese auch gerechtfertigt sind, sei dahingestellt. Uns ist es wichtig, gemeinsam mit der Stadtgemeinde zu überprüfen, ob diese Kosten gerechtfertigt sind“, so Ernst Lindinger, Leitung Bautechnik bei der ISG in Ried. „Wir haben öffentliche Gehälter zu verwalten, und diese werden wir so sparsam wie möglich einsetzen“, versichert Lindinger.

"Rund 49.000 Euro mehr als in der Auftragssumme vorveranschlagt, sind laut ISG begründet. Dabei ging es um die Höhe des Gebäudes, die um 25cm höher ist als vorher angenommen. Auch zusätzliche Siegelwände oder Vormauerungen haben die Kosten leicht nach oben gesetzt. Dadurch entsteht eine Schlussrechnung in der Höhe von rund 2,3 Millionen Euro", erklärt Bürgermeister Albert Ortig. Alle darüber hinausgehenden Forderungen sind aus Sicht des Abwicklers, der ISG, als ungerechtfertigt abzulehnen. Nun fordert die Baufirma um rund 2 Millionen Euro mehr als in der Schlussrechnung. Die Vorwürfe der der ISG sind schwer: "Offensichtlich wurde hier exzessives Claim-Management betrieben. Es wurden Positionen neu erfunden und höher berechnet", so Ortig. Davon nimmt die Schmid Baugruppe mit Sitz in Frankenburg Abstand: "Wir haben absolut nichts verrechnet, was wir nicht auch geleistet haben", so Baumeister Norbert Hartl.

Rechtliche Schritte

Das Bauunternehmen begründet die Kostenüberschreitung unter anderem mit einer ursprünglich falschen Einschätzung. Mit der Richtigen hätte es vielleicht nie eine Beschlussfassung gegeben. Außerdem soll der geplante Bau mit der Umsetzung nur noch sehr wenig zu tun haben. "Wenn man einen VW-Golf bestellt und sich am Ende einen Mercedes mit allen möglichen Extras bauen lässt, darf man sich über doppelte Kosten nicht wundern", so Hartl.
Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die darüberhinausgehenden Forderungen einzuklagen. Die Rechtsvertretung wird Puttinger, Vogl und Partner aus Ried übernehmen. Festzuhalten sei laut Bürgermeister, dass die Ausführungsqualität der Baumeisterarbeiten passt.

Das Freizeitbad wird am 8. Februar, von Landeshauptmann Stelzer offiziell eröffnet. Die Baufirma Schmid wir vermutlich vor Ort sein. "Wir können zwischen sachlicher und emotionaler Ebene gut differenzieren", so Hartl.

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