"Gäste spüren, dass wir sie gerne empfangen"

Loryhof-Wirt Othmar Zeilinger lebt seinen Beruf mit Leib und Seele.
  • Loryhof-Wirt Othmar Zeilinger lebt seinen Beruf mit Leib und Seele.
  • Foto: Doms
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BezirksRundschau: Ihre Familie hatte nichts mit der Gastronomie zu tun. Wie Sind Sie dazu gekommen?
Othmar Zeilinger: Meine Eltern haben mit einem Heubad begonnen und die Gäste fragten nach Speis und Trank – das war der Grundstein für die Bewirtung am Loryhof.

Wann haben Sie den Loryhof eröffnet und was waren Ihre Beweggründe?
Den Most-Heurigen am Loryhof gibt es seit April 1998. Eigentlich wollte ich gar nicht Wirt werden, aber umso lieber bin ich es jetzt (lacht).

Wie hat sich der Loryhof entwickelt
Anfangs fand die Bewirtung nur im Heurigenlokal statt. Das änderte sich schnell, vor allem mit der Adaptierung des Stadls, der nun für Feierlichkeiten genützt wird.
Auf den landwirtschaftlichen Flächen produzieren wir nach wie vor Energie in Form von Hackschnitzel zum Beheizen des Hofes und des Heubads. Die Energieversorgung haben wir als Schauprojekt gestaltet, das auch viele Fachbesucher anzieht. Wir merkten bald, dass die Gäste sehr interessiert daran sind, was sich am Bauernhof so alles abspielt und wo die Produkte herkommen. Deshalb ist dann in Zusammenarbeit mit Imkermeister Wolfgang Pointecker und meiner Partnerin Gärtnermeisterin Martina Gurtner der Bienenlehrpfad sowie der Naschgarten entstanden. Weiters bieten wir eine Bauernolympiade sowie eine Bierrallye an. Die Gäste sollen Spaß haben, aktiv dabei sein und Land und Leute kennenlernen.

Was macht Ihrer Meinung nach einen echten, guten Wirt aus?
Dass er seine Arbeit gerne macht und die Menschen mag. Wenn man seine Aufgabe gerne wahr nimmt, eine positive Einstellung zum Leben und den Leuten hat, dann ist das schon eine gute Basis und der halbe Erfolg – das ist wahrscheinlich in jedem Beruf so. Ein väterlicher Freund hat mir mal einen nützlichen Tipp gegeben: "Über sich selber lachen können und sich nicht ganz zu wichtig nehmen".

Was ist Ihnen im Bezug auf Ihre Gäste wichtig?
Unsere Gäste müssen spüren, dass wir sie gerne empfangen und bewirten. Wir arbeiten als Team zusammen, damit jeder einzelne Gast ein paar schöne Stunden bei uns erleben kann.

Sie haben schon so viele Feste und vor allem Hochzeiten ausgerichtet. Wie können Sie sich immer noch motivieren?
Es gibt nichts Schöneres, als dass viele Gäste da sind – und genau das ist die Motivation. Ich sehe es immer als Privileg bei so schönen Anlässen wie Hochzeitsfeiern, Geburtstagen oder Firmenfeiern dabei sein zu dürfen. Wenn man die Emotionen der Gäste spürt, geht die Arbeit fast von allein. Und natürlich tut ein Lob sehr gut: Wenn die Brautpaare nach der Feier wieder kommen und sagen, dass sie sich ihre Feier genau so gewünscht haben, ist das für das Gemüt Balsam und Adrenalin gleichzeitig. Das spornt mich und die ganze Mannschaft an. So entsteht Freude am Tun.

Wie ist das Betriebsklima am Loryhof?
Wir sehen uns als große Fußballmannschaft. Wir sind Teamspieler und helfen zusammen. Wir wissen, wir sind nur gemeinsam erfolgreich. Unser Leitbild ist geprägt von Wertschätzung, Echtheit, Verlässlichkeit, Vertrauen und Verantwortung.

Man hört und liest viel über das "Wirte-Sterben". Wie beurteilen Sie die Situation?
Gesellschaft und Strukturen verändern sich. Als kleiner Betrieb wie wir es sind, kann man neben großen Ketten sicher nur mit Qualität und Originalität punkten und erfolgreich sein.

Was essen Sie persönlich am liebsten?
Ich bin grundsätzlich ein Fleischtiger und das je nach Jahreszeit. Zur Zeit haben wir Wildwochen und deshalb esse ich gerade Rehrücken oder Rehbeuschl am liebsten. Im November freue ich mich schon auf Gänse- oder Entenbraten – kalorienreich, aber lecker. Ich gehe auch gerne in andere Lokale essen und genieße es, wenn ich bekocht werde.

Sie haben es schon angesprochen: Die Wild-Zeit hat begonnen. Was empfehlen Sie Ihren Gästen besonders?

Gams, Reh und Rothirsch aus der freien Wildbahn sind wahre Delikatessen. Unser Wildbret stammt ausschließlich aus Oberösterreich. Dafür wurden wir vom Landesjagdverband auch mit der Wildplakette ausgezeichnet. Vor kurzem haben wir das erste Mal Wildschweine in Wippenham gespürt – ich bin schon gespannt, ob sich eines in die Loryhof-Küche verirrt ...

Autor:

Katrin Stockhammer aus Ried

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