"Hätt i's gwusst, wa i früha kumma"

Monika Treitinger mit Bewohner Hermann im Garten des Pflegeheimes.
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  • hochgeladen von Eva Berger

RIED. (ebe) "Es war schon mit sieben Jahren mein Kindheitstraum, Krankenschwester zu werden", schwärmt Monika Treitinger. Diesen Traum erfüllte sie sich auch. Damit landete sie vor mittlerweile zwölf Jahren im Pflegeheim Ried und leitet jetzt den Betreuungs- und Pflegedienst.
Mit Lebensgeschichten und Schicksalen ist Treitinger täglich konfrontiert. "Unser Haus ist voller Persönlichkeiten. Die Menschen, die bei uns wohnen, haben sehr viel erlebt. Manche sogar noch den zweiten Weltkrieg. Ich will ihnen in meinem Job ihre letzten Lebensjahre angenehm gestalten und sie gut begleiten." Sympathie oder Antipathie darf dabei keine Rolle spielen. Das gehöre zur Professionalität im Job.

In Berührung mit dem Tod

Todesfälle sind im Pflegeheim allgegenwärtig. "Wenn ich beobachte, dass sich der Allgemeinzustand eines Bewohners verschlechtert, dann gehen wir gemeinsam den letzten Weg. Ich stelle mich darauf ein, rede mit den Angehörigen und Kollegen darüber. Auch die anderen Bewohner merken den bevorstehenden Abschied. Wir reden viel darüber und tauschen uns auch mit den Ärzten aus. Das hilft uns, in den Situationen mit Trauer umzugehen", so Treitinger, die den Menschen die letzte Phase erleichtern will.

Ein guter Morgen

15 bis 30 Bewohner gibt es pro Station. Diese sind 24 Stunden am Tag besetzt, wobei zwischen 7 und 19 Uhr der größte Personalstock anwesend ist. In der Früh geht es mit einem freundlichen Aufwecken in den Tag. Der Vormittag ist ausgefüllt mit dem Aufstehen, der Grundpflege bis hin zum Mobilisieren und dem Bringen in die Begegnungszonen. Die Bedürfnisse der Bewohner stehen im Mittelpunkt. Ihre Individualität zählt: Wollen sie alleine im Zimmer bleiben? Oder suchen sie Gesellschaft in den Aufenthaltszonen? Zu Mittag legen sich manche wieder hin und rasten. Dusche oder Bad gelingt manchen je nach Selbstständigkeit noch allein. "Feierlichkeiten im Jahreskreis sind besondere Erlebnisse im Pflegeheim. Diese Tage genieße ich immer besonders. Und die Dankbarkeit der Bewohner ist für mich die schönste Bestätigung für meine Arbeit. Auch ich bin unseren Bewohnern dankbar. Dankbar dafür, dass sie uns als frühere Generation dieses Leben ermöglicht haben, das wir gerade leben dürfen. Mittlerweile ist die Wertigkeit unseres Berufes in den Köpfen der Menschen gestiegen. Und viele Bewohner sind nach ihrem Einzug im Pflegeheim rundum glücklich. "Wenn ich gewusst hätte, wie schön es hier ist, wäre ich früher gekommen", meinte ein älterer Bewohner des Pflegeheims zufrieden lächelnd.

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