Hitzewelle: Heimische Landwirtschaft kommt ins Schwitzen

Neben Mais ist auch Weizen und Wintergerste von der Dürre in Ried betroffen.
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BEZIRK (ebe). Die Landwirtschaft in ganz Oberösterreich stöhnt unter der anhaltenden Hitzewelle. Denn Dürre-Alarm, hohe Temperaturen und zu wenig Niederschläge machen den Bauern zu schaffen. "Vor allem bei Weizen Mais und der Wintergerste ist mit Ertragseinbußen zu rechnen", weiß Josef Diermayer, Obmann der Landwirtschaftskammer Ried. Wie hoch die tatsächlichen Schäden sein werden, zeigt sich in den nächsten Wochen. "Baldige Niederschläge könnten noch so manche Erträge retten. Vor allem die Wiesen sind sehr vertrocknet. Das Grünland braucht durch die lange Dürre entsprechend Zeit um sich wieder zu regenerieren, da wirken auch kurzfristige Niederschläge nur gering auf den Ertrag", so Diermayer. Ein Grünschnitt sei heuer schon ausgefallen durch die Hitzewelle. "Die Fleisch- und Milchmärkte erholen sich gerade, nun ist der Ackekrbau betroffen. Diese Dürre trifft die Bauern an einem wunden Punkt", berichtet Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Es wird immer heißer

Waren es in den 70er Jahren nur ein bis zwei Tage im Sommer, an denen es über 30 Grad hatte, so sind es jetzt sechs bis sieben Tage im Jahr. "Bereits die letzten Jahre zeigen, dass unsere Bauern in immer rascheren Abfolgen mit Dürren konfroniert sind. Wir müssen also zur Kenntnis nehmen, dass der Klimawandel die Produkitonsbedingungen in der Landwirtschaft schwieriger macht", weiß Landesrat Hiegelsberger. Allerdings hat sich in unserer Region auch die Erntezeit erweitert: "Vor 20 Jahren war im Mai der erste, und spätestens im September der letzte Grünschnitt. Heute können wir schon im April beginnen und bis Oktober ernten", so Diermayer.

An das Klima anpassen

Nicht alle Getreidesorten reagieren gleich auf die große Hitze. "Die Landwirte wählen bewusst Getreidesorten, die die Wetterphänomene besser aushalten. Auch im Feldfutterbau setzen sie auf Luzernen. Diese wurzeln tiefer als normale Grünpflanzen und sind somit beständiger. Nachdem Wiesen aber nicht jedes Jahr neu angepflanzt werden, hält sich die Problematik länger", erklärt der Obmann der Landwirtschaftskammer Ried. Neue Versicherungsmodelle für Landwirte sollen Abhilfe schaffen. Es wird verstärkt auf Vorsorgemodelle, wie Versicherungssysteme, die Ernterisiken umfassend absichern und zumindest das wirtschaftliche Risiko auf diese Weise minimieren, gesetzt. So bietet die Hagelversicherung seit 2017 neben den bestehenden Dürreindex-Versicherungen für Grünland und Mais und der Versicherung bei Kartoffeln auch Dürreindex-Versicherungen bei Winterweizen und Zuckerrübe an.

Neben Mais ist auch Weizen und Wintergerste von der Dürre in Ried betroffen.
Landesrat Max Hiegelsberger

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