50 Jahre Priester:
Karl Burgstaller feiert 50. Priesterjubiläum in Eberschwang und Weilbach

Pfarrer Karl Burgstaller feiert im Juli sein 50. Priesterjubiläum.
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  • Pfarrer Karl Burgstaller feiert im Juli sein 50. Priesterjubiläum.
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Sein Wunsch, Priester zu werden, ist schon in der Volksschule herangereift. Im Juli feiert er Anfang Juli sein 50. Priesterjubliäum. Und er brennt für diesen Beruf wie eh und je. Karl Burgstaller im Interview:

Ihnen war schon als Kind klar, dass sie Priester werden möchten?
Ich war lange Ministrant, mein Onkel war Priester und ich sehr glaubensverbunden aufgewachsen. Schon in der 3. Klasse Volksschule wollte ich wissen, welchen Ausbildungsweg ich einschlagen müsste. Daraufhin folgte das Petrinum und anschließend das Priesterseminar in Linz. 1969 wurde ich dann - mit 25 Jahren - zum Priester geweiht. Wir waren damals sehr viele Priester.

Im Vergleich zu heute – die Priester sind mittlerweile sehr rar. Macht ihnen das Sorgen?
Wir waren die 1968er-Generation im Studium. Damals war auch in der Kirche große Aufbruchsstimmung. Uns junge Priester hat der Fortschrittsglaube sehr bestärkt. Aber es hat sich sehr viel verändert. Es trifft mich schon. Aber wir haben nicht nur einen Priestermangel, sondern auch einen Gläubigen-Mangel. Die Bindung zur Kirche wird weniger. Die Selbstverständlichkeit von früher schwindet. Zugleich aber halten sich manche Traditionen. Eberschwang ist da ein gutes Beispiel mit der Firmung mit 17 Jahren. In vielen anderen Orten würden sich mit 17 nur noch wenige firmen lassen. Aber auch die Traditionen der Burschenschaften beeindrucken mich.

Wie erreichen Sie als Priester dann die Menschen noch?
Der Glaube zeigt sich in einem breiten Spektrum. Viele Menschen gehen am Sonntag nicht mehr in die Kirche. Aber sie sind vielleicht am Montag in einem Wallfahrtsort und zünden dort eine Kerze an. In jedem Menschen ist doch zuletzt noch ein Funke Glaube. Als Priester müssen wir eben die Gratwanderung schaffen. Da spielen Traditionen eine große Rolle. Mit der Taufe wollen viele den Lebenseintritt eines Menschen feiern. Junge Eltern wünschen den Segen für ihr Kind. In ihrem innersten Herzen ist also der glimmende Docht, der am Glauben festhält. Diesen dürfen wir nicht ausdrücken. Als Seelsorger bin ich immer wieder gefordert, genau nach diesem Funken zu suchen. Ich sehe, dass den Menschen der Glaube immer noch wichtig ist.

Wie schaffen Sie es - bildlich gesprochen - diesen glimmenden Docht wieder zu entzünden?
Ich versuche, immer wieder zu übersetzen, was in der Bibel steht. Die Bibel vermittelt ein anderes Weltbild, eine andere Kultur. Das braucht immer wieder einen Transfer in die heutige Zeit. Bei der Predigt will ich die Menschen dort abholen, wo sie sind. Ich denke oft lange darüber nach, wo ich sie ansprechen kann, wo ich sie in ihrem Denken weiterführen kann und wo ich „Aha-Erlebnisse“ schaffe. Ich möchte einen Mittelweg schaffen. Zu viele Worte sind manchmal überfordernd. Es braucht ein Gefühl dazu. Dann kann die Botschaft von Christus weitergetragen werden.

Wenn man ihnen zuhört klingt es, als würden sie noch lange nicht an den Ruhestand denken.
Eine Mitarbeiterin der Pfarre hat mir erst kürzlich gesagt, sobald ich das Messgewand trage, wirke ich wie ein 50-Jähriger. Weil das Feuer, die Begeisterung für meine Aufgabe noch so zu spüren ist. Mir gefällt dieses Bild. Viele Menschen geben mir den Rat, ich solle mehr auf mich schauen. Als Dialyse-Patient ist es tatsächlich so, dass ich mich zurücknehmen muss. Aber mein Lebensinhalt ist es, für die Menschen da zu sein. Es liegt nicht in meiner Natur, einen „Lenz zu schieben“ – auf gut Innviertlerisch gesagt. Also kremple ich weiter die Ärmel hoch und packe an. So, wie ich es schon mein ganzes Leben gemacht habe.

Pramet, Pattigham und Eberschwang dürfen aber weiterhin auf Sie zählen? 
Es hat mir viel Kraft gekostet, zu entscheiden, dass hier meine berufliche Endstation sein wird. Das habe ich erst seit knapp einem Jahr entschieden. Ich war immer ein sehr ziehender Mensch.

Ein Orden ist für sie nie in Frage gekommen?
Ich bin ein geschaffener Weltpriester. Die Laisierung ist für mich – im Vergleich zu vielen meiner Studienkollegen – nie in Frage gekommen. Ich würde meine Identität verlieren, wäre nicht mehr ich. Als Weltpriester bin ich genau zwischen den Laien und den Orden. Ich bin gerne draußen bei den Menschen und werde auch sehr gerne von der Realität eingeholt.

Von der Realität wurden Sie sicherlich auch in den 34 Jahren Ehevorbereitungskurs eingeholt.
Als junger Kaplan bin ich in Ried eingestiegen, später kam unter anderem Braunau, Waizenkirchen und Altheim dazu. Ja, es gab immer wieder Brautpaare, die sich gewehrt haben. Ich hab viel mit der Sitzordnung gearbeitet. Also zu wenig Sessel aufgestellt, damit sie sich nach vorne sitzen mussten. Erst dann hab ich hinten noch Sessel dazugestellt – damit ich sie näher bei mir habe. Ich hatte immer den Anspruch, dass der Abend gelingen muss. Diese jungen Menschen sah ich danach nicht mehr. Mit Humor und gutem Willen geht vieles. Beim Jubiläumsgottesdienst haben mich heuer wieder einige Paare angesprochen, die ich vor vielen Jahren im Ehevorbereitungskurs begleitet habe.

Also ist ihr Berufswunsch Nummer Eins nach wie vor Priester? 
Priester würde ich sofort wieder werden. Eigentlich sollte ich Jurist werden, aber das war sehr schnell klar, dass es nicht meines ist. Es war eher die Überlegung, ob ich in einen Orden gehe. Aber die Benediktiner zum Beispiel singen sehr viel, und ich bin kein guter Sänger. Für die Jesuiten bin ich zu wenig gescheit. Missionar wollte ich lange Zeit werden. Aber mit meinem überhöhten Blutdruck war ich noch nie tropentauglich. Ich sehe mich eher als Missionar in der Diözese Linz.

Pfarrer Karl Burgstaller feiert im Juli sein 50. Priesterjubiläum.
Karl Burgstaller feiert im Juli sein 50. Priesterjubiläum.

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