Paul Hohenwarter: "Ich sehe mich mehr als Entdecker"

Paul Hohenwarter macht Kunstwerke aus Holz.
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Was führt Sie vom Pinzgau nach Mettmach?

Ich habe die HTL in Hallstatt absolviert und dann fünf Jahre im Holzbereich gearbeitet. Bei einer Messe lernte ich einen Unternehmer aus "Saiga Hans" kennen, der Arbeiter suchte. Ich bin spontan dort hingezogen. Etwa zwei Jahre lang war ich in verschiedenen Firmen angestellt. Kurzerhand entschloss ich eine Ausbildung zum Kindergartenpädagogen zu machen.

Warum Kindergärtner?

Meine Eltern sind Lehrer, aber ich wollte das nie machen. Kinder hatte ich aber schon immer gern und darum machte ich ein paar Schnuppertage in verschiedenen Kindergärten. Trotz verpasstem Anmeldeschluss haben sie mich in Ried noch genommen und ich konnte die zweijährige Ausbildung machen. Als Ausgleich zu meiner Zeit als Kindergärtner habe ich in der Garage, später im Keller, geschnitzt.

Und nun sind Sie selbstständig.

Ja. Im März 2016 habe ich das Gewebe angemeldet, im Herbst 2017 wurde ich in das Förderprogramm des AMS aufgenommen. Dort wurde ich ein halbes Jahr von einer Unternehmensberaterin begleitet, danach ging ich in die Vollversicherung. Das war im Jänner diesen Jahres.

Gibt es etwas das Sie besonders gerne herstellen?

Am liebsten verkaufe ich Kugeln aus Wurzelholz, das macht mir die meiste Freude. Je nach Größe brauche ich schon mal 15 bis 20 Stunden dafür. Auf Wunsch kann auch eine Stein- oder Glasplatte oben drauf gesetzt werden, damit man sie als Tisch verwenden kann. Schüsseln und Schalen mache ich nach wie vor ganz gern. Da richte ich mich immer nach der natürlichen Form des Holzes, nach den Ästen. Ich sehe mich selbst dann immer als Entdecker (lacht). Bei den Kunstwerken sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Und wo kriegen Sie das Holz her?

Hauptsächlich von Bauern, aus Obstgärten oder von den Nachbarn. Das Holz das ich verwende ist meistens von Obstbäumen: Apfel, Birne, Zwetschke, Kirsche und auch Nuss. Oft sind die Leute froh, wenn ich ihnen die Wurzeln oder Bäume abnehme, da sie diese dann nicht entsorgen müssen.

Etwas ganz Besonderes sind Ihre Kauwurzeln.

Ja genau. Ich bin der erste Hersteller im deutschsprachigen Raum, der Kauwurzeln aus heimischem Holz erzeugt. Ich verarbeite Obstbaum-Wurzelholz zu sieben verschiedenen Größen. Die "rohen" Kauwurzeln werden per Hand geschliffen und etikettiert. Damit das Holz frei von Würmern ist und noch etwas härter wird, kommt es in die Trockenkammer. Ich benutze Wurzelholz von Obstbäumen, da es extrem hart ist und kaum splittert.

Suchen Sie noch Vertriebspartner für die Wurzeln?

Ja, Partner sind immer willkommen. Mein Traum ist es, mit dem Verkauf der Kauwurzeln meine Fixkosten abzudecken, damit ich für die Kunstwerke freier bin. Es arbeitet sich leichter, wenn man weiß, dass wenigstens die fixen Kosten gedeckt sind (lacht).

Am 9. Juni veranstalten Sie einen Tag der offenen Ateliertür in Kraxenberg.

Ja genau. Seit Anfang April stelle ich schon in Kraxenberg aus, gleich neben der Hauptstraße. Dort sind Schüsseln und andere Kunstwerke von mir zu sehen. Am Tag der offenen Tür, ab 9 Uhr, werden auch Kugeln aus Wurzelholz ausgestellt sein. Für die kleinen Besucher wird es ein Kinderschminken geben und um 14 Uhr gibt es eine Bauchtanz-Vorführung. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Das Atelier ist in Kraxenberg, die Lagerhalle aber in Mettmach. Sitzen Sie da viel im Auto?

Es geht. Ich arbeite während den Öffnungszeiten des Ateliers in Kraxenberg. Da mache ich Schüsseln oder andere kleine Kunstwerke. Aber auch große, wasserentrindete Bäume sind als Skulpturen für den Innen- und Außenbereich dort ausgestellt. Die Leute können mir beim Arbeiten zusehen, ausgestellte Kunstwerke kaufen oder Neue in Auftrag geben. Im Atelier findet man auch eine Vitrine mit Produkten meiner Freundin Ulrike. Sie hat die Ausdrucksform "Sense Dance" ins Leben gerufen. Wenn in Kraxenberg keiner anzutreffen ist, ist die Lagerhalle in der Rieder Straße 35 ein heißer Tipp wo man mich finden kann (lacht).

Öffnungszeiten des Ateliers in Kraxenberg 42
Do+Fr 14-19, Sa 9-15 Uhr

Paul Hohenwarter
0680/3305497
info@naturikat.at
www.naturikat.at

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