Pflegeausbildung vor Reform

Einer ungewissen Zukunft  steuert die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Vinzentinum in Ried entgegen.
  • Einer ungewissen Zukunft steuert die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Vinzentinum in Ried entgegen.
  • Foto: BHS Ried
  • hochgeladen von Thomas Streif

OBERÖSTERREICH. In den nächsten Jahren sollen die Pflegeausbildungen reformiert werden. Einem Anstieg von zehn auf zwölf Jahre Schulpflicht für die Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester soll SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger bereits zugestimmt haben. Dabei handelt es sich um eine EU-Richtlinie, die bisher nur von Österreich, Deutschland und Luxemburg nicht umgesetzt wurde.

"Die Qualität in den Gesundheitsberufen ist in Österreich sehr gut. Mit der Übergangsfrist wollen wir sicherstellen, dass ein nahtloser Übergang in das neue Ausbildungssystem ermöglicht werden kann", sagt Fabian Fußeis, Pressesprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger. Der Beginn der siebenjährigen Übergangsfrist stehe noch nicht fest, so die Information aus dem Gesundheitsministerium.

Bachelor-Abschluss als mögliche Voraussetzung
Das heißt, dass in Zukunft in den meisten Fällen eine Matura Voraussetzung für die Ausbildung sein könnte. Fraglich ist derzeit noch, wo die Ausbildungen in Zukunft absolviert werden. Ein mögliches Szenario: Die Ausbildung findet an einer Fachhochschule für Gesundheitsberufe statt und schließt mit einem Bachelor ab. Die derzeitigen Standorte für FH-Lehrgänge in OÖ sind in Linz, Steyr, Wels und Hagenberg angesiedelt. Zudem soll auch die Pflegehilfeausbildung aufgewertet werden, 24 Monate statt 12 Monate dauern und in Zukunft "Pflegeassistenz" heißen.

Auswirkungen für das Innviertel
Für das Innviertel könnte dies schwerwiegende Folgen mit sich bringen, wie SPÖ-Vizebürgermeister Michael Steffan erläutert: "Wenn wir keinen FH-Standort im Innviertel bekommen, fehlt uns in Zukunft das dringend nötige Pflegepersonal." Betroffen wäre von dieser Reform nicht nur das Innviertel mit seinen drei Ausbildungsstätten in Ried, Braunau und Schärding, sondern alle Regionen Österreichs.

Der Leiter des Vinzentinums, der Krankenpflegeschule in Ried, Michael Pagani, sieht eine mögliche Reform grundsätzlich positiv. "Wenn die Rahmenbedingungen passen, befürworte ich diesen Schritt. Für das Innviertel wäre eine Fachhochschule von enormer Bedeutung. Dafür müssen sich alle einsetzen."

Zur Sache:

Wann die Ausbildung für den gehobenen Pflegedienst reformiert wird, steht derzeit noch nicht genau fest. Seitens der Europäischen Union gibt es das Bestreben, die Ausbildungen bei den Gesundheitsberufen zu vereinheitlichen.
Die Übergangsfrist bis zur Umsetzung soll sieben Jahre betragen. "Die Diskussion zur Umsetzung ist schon relativ weit fortgeschritten", sagt Fabian Fußeis, der Pressesprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger.
Die Zahl der zu pflegenden Personen wird in Oberösterreich bis 2020 voraussichtlich von rund 77.000 auf über 100.000 steigen.

Autor:

Thomas Streif aus Ried

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