5G Mobilfunk
Pionierstadt oder Versuchsobjekt?

Bis 2025 möchte T-Mobile/Magenta das 5G-Net flächendeckend in Österreich ausbauen.
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  • Bis 2025 möchte T-Mobile/Magenta das 5G-Net flächendeckend in Österreich ausbauen.
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Mobilnetz 5G spaltet die Gesellschaft: innovativer Fortschritt oder Gefahr für die Gesundheit?

RIED (wie, nk). Schnell, schneller, 5G. Vor kurzem wurden in der Stadt Ried drei 5G-Mobilfunkstationen in Betrieb genommen. Diese befinden sich laut senderkataster.at Nähe Voglweg, in der Nähe des Bezirksalten- & Pflegeheims sowie Nähe Frankenburgerstraße. Hier und bei den weiteren 22 Stationen in ganz Österreich testet Magenta (ehemals T-Mobile) das Netz der fünften Generation. Die Teststandorte legten das Infrastrukturministerium und der Betreiber fest, die Bürgermeister hatten darauf keinen Einfluss.

Vorteile von 5G

Wettbewerbsfähigkeit, schnellere Internetverbindungen, Ausbau der ländlichen Regionen: 5G hat viele Vorteile. Die Weiterentwicklung von 4G kann in Zukunft sogar autonomes Fahren ermöglichen. Der Vollausbau soll bis 2025 abgeschlossen sein. „Österreich ist eines der ersten Länder, das den neuen Mobilfunkstandard ausrollt. Wir haben von unserer Vorreiterrolle beim 3G-Standard profitiert und wollen auch bei 5G vorne statt nur dabei sein“, so die frühere Digital- und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in einer Presseaussendung von Magenta. Bernhard Schuster, Geschäftsführer von Infotech Ried, sieht 5G als Ergänzung zu Glasfaser an: Damit Verbraucher 5G-Internet auf ihren mobilen Endgeräten nutzen können, müssen die Sendemasten an das Glasfaser angeschlossen werden.

Gefährlich oder nicht?

Laut Lev Ratner, Sprecher von Magenta und Gregor Wagner, Sprecher des Forum Mobilkommunikation, gibt es de facto keine gesundheitlichen Bedenken. Die Wellen des 5GMobilfunks seien ident mit jenen von 4G. Lediglich das Übertragungsprotokoll, die Sprache sozusagen, sei weiterentwickelt worden. Professor Norbert Vana vom unabhängigen Expertengremium „Wissenschaftlicher Beirat Funk“ dazu: „5G unterscheidet sich in der Endausbaustufe im Frequenzbereich 3,4 bis 3,8 Gigahertz nicht sehr vom Vorgänger 4G.“ Und da bei 4G die Forschung keine besonderen
Hinweise für gesundheitliche Probleme ergeben habe, sehe Vana auch bei 5G keine Risiken. Entwarnung gibt auch der Rieder Amtsleiter Peter Eckkrammer in einer schriftlichen Stellungnahme: „Mit dem geringeren Funkfeldabstand des 5G-Mobilfunkausbaus werden die Funkfeldstärken – die ja das Maß für die Frage der Gesundheitsgefährdung sind – nicht erhöht. Dies haben mehrfache Messungen durch Sachverständige des Landes im Stadtgebiet von Ried ergeben!“ Es gibt aber auch zahlreiche Skeptiker. Zu diesen zählt zum Beispiel Umweltmediziner Piero Lercher von der Ärztekammer Wien. Ein Interview mit ihm finden Sie hier.
Auch Stadtrat Peter Stummer ist vorsichtig: „Ich stehe dem Fortschritt sicher nicht im Weg, aber die Gesundheit der Bevölkerung geht in jedem Fall vor. Das Problem ist, dass es zwar einige Kurzzeitstudien mit unterschiedlichsten Ergebnissen gibt, aber keine einzige Langzeitstudie. Nachdem in Österreich das Vorsorgeprinzip gilt, müsste meiner Meinung nach der 5G-Test-Ausbau gestoppt und ins Labor verlegt werden."
Das Aus für 5G in Ried fordert auch die Bürgerinitiative rund um Gründerin Beatrix GruberMitterbuchner. Die technikbegeisterte Berufsschullehrerin rief die Initiative Mitte Mai ins Leben und hat mittlerweile rund 1500 Unterschriften gesammelt. „Man nimmt hier ungeklärte Langzeitfolgen in Kauf. Menschen werden wie Versuchskaninchen behandelt. Das kann ich nicht ignorieren“, so Mitterbuchner.

Zur Sache:

  • Ried wurde vom Infrastrukturministerium und von T-Mobile als Teststadt ausgesucht. Es gibt drei 5G-Sendemasten.
  • In Österreich wurden 17 Test-Gemeinden mit 25 Versuchssendern ausgestattet.
  • Das Mobilfunknetz der Zukunft ist um ein Vielfaches schneller als 4G.
  • In Südkorea, in der Schweiz und in einzelnen Städte in den USA wurde 5G bereits in Betrieb genommen.
  • In Genf, Brüssel oder im Silicon Valley wurde der 5G-Netzausbau gestoppt: laut Forum Mobilkommunikation nicht aufgrund gesundheitlicher Bedenken.
  • 5G sendet in der Endausbaustufe im Frequenzbereich 3,4 bis 3,8 Gigaherz. An 6G wird bereits geforscht.
Autor:

Noah Kramer aus Ried

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