Ried: "Aktion scharf" gegen Alkolenker

BEZIRK (kat, mikö). Ein oder zwei Tassen Punsch am Christkindlmarkt, zu viel Glühwein auf der Weihnachtsfeier. Der Advent ist eine gesellige, aber oft auch feuchtfröhliche Zeit, mit einer Schattenseite: Die Zahl der Autounfälle, bei denen Alkohol im Spiel ist, steigt stark an. Landesweit setzt die Polizei im Dezember deshalb einen Schwerpunkt auf Alkohol-Kontrollen. "Wir sind die gesamte Adventzeit verstärkt auf den Straßen unterwegs – und das sowohl nachts als auch tagsüber. Denn einerseits wird bei den Punschständen auch schon zu Mittag oder am Nachmittag getrunken, andererseits darf der Restalkohol nicht unterschätzt werden", sagt Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter und Verkehrsreferent Wolfgang Zieher. Bis zum 24. November hat die Polizei heuer 3800 Alkohol-Vortests durchgeführt, 240 Menschen wurden angezeigt.

Vor allem Punsch oder Glühwein können gefährlich werden, weiß Esther Gutmann von "go & drive" in Ried, ein vom Verkehrsministerium ermächtigtes Institut für verkehrspsychologische Untersuchungen und Nachschulungen: "Je konzentrierter Alkohol in einem Getränk ist, umso rascher wird es im Körper wirksam. Das heißt: Je nachdem, wie viel Alkohol im Punsch oder Glühwein ist, kann ein Glas davon rascher und stärker wirken als eine Halbe Bier. Leider weiß man meist nicht, wie viel Alkohol tatsächlich im Punschgetränk ist." Generell gelte: Wird ein Unfall verursacht, kann es bereits ab 0,2 Promille strafrechtliche Konsequenzen geben, da man nach wissenschaftlichen Kriterien beim Fahren schon vom Alkohol beeinträchtigt ist. Die 0,5 Promille-Grenze gilt laut Gutmann nur für Verkehrskontrollen. "Sicher ist: Mit 0,5 Promille hat der Lenker ein doppelt so hohes Unfall-Risiko. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Tunnelblick. Das heißt, das Gesichtsfeld ist eingeschränkt, die Fahrbahn, Fahrbahnränder sowie andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Mopedfahrer werden kaum mehr wahrgenommen", weiß die Verkehrspsychologin.

Schon vorher planen

Durch die stimmungsaufhellende Wirkung von Alkohol sei man selbst nicht in der Lage, diese Beeinträchtigungen im gesamten Ausmaß zu erkennen. Gutmann rät: "Planen Sie immer schon vorher, wie Sie nach Hause kommen, wenn Alkoholkonsum wahrscheinlich ist, denn ein Alkoholdelikt hat gravierende finanzielle und oft auch persönlich belastende Konsequenzen. Und: Wenn Sie sich nicht erinnern können, wie viel Sie getrunken haben, steigen Sie in der Folge rund 24 Stunden nicht ins Auto." Auch Zieher appelliert, verantwortungsbewusst zu sein: "Wer Alkohol trinkt, lässt das Auto stehen. Wichtig ist, auch alkoholisierten Freunden ins Gewissen zu reden und sie nicht fahren zu lassen." Neben der "Aktion scharf" im Straßenverkehr führt die Polizei zudem im Jugendschutz verstärkte Kontrollen durch. "An Jugendliche unter 18 Jahren darf kein hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt werden. Dazu zählt auch Punsch", so Zieher.

Autor:

Katrin Stockhammer aus Ried

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