Kriminalstatistik
Verbrechen "dank" Corona im Bezirk Ried rückläufig

Gewaltdelikte wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung sind heuer zurückgegangen – "dank" Corona
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  • Gewaltdelikte wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung sind heuer zurückgegangen – "dank" Corona
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Weniger Körperverletzungen, weniger Sachbeschädigungen. Aber: Mehr als doppelt so viele Angriffe auf Polizisten.

BEZIRK RIED. Um rund 17 Prozent Kriminaldelikte weniger verzeichnete die Rieder Polizei im Vorjahr. Waren es 2019 noch 2.046 Verbrechen und Vergehen, mit denen die Beamten konfrontiert wurden, waren es 2020 1.697. Das entnimmt Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger der aktuellen Kriminalitätsstatistik. "Diese Reduktion ist natürlich auf Corona zurückzuführen", ist Haslberger überzeugt. Speziell in den Lockdowns sei zu sehen, dass die Zahlen sinken. "Sachbeschädigungen etwa sind enorm zurückgegangen", berichtet der Polizeichef. Genauso wie Körperverletzungen. "Hier waren es um 24 Prozent weniger", sagt er und erklärt: "Das kommt dadurch, dass die Leute aufgrund der Ausgangsbeschränkungen weniger unterwegs waren. Unsere Erfahrung aus den Vorjahren zeigt, dass Schlägereien vielfach zu späterer Stunde auftreten." 

Lockdown: Polizei brachte mehr Menschen in die Psychiatrie

Im Gegensatz dazu verzeichnet die Polizei allerdings bei anderen Verbrechen, wie etwa Cyberkriminalität oder häusliche Gewalt starke Zunahmen. So wurden etwa 2020 um zehn Prozent mehr Betretungsverbote ausgesprochen als 2019. "Gerade zu Weihnachten, was sowieso eine heiße Zeit ist, nahm die häusliche Gewalt wegen des Lockdowns zu, weil die Leute einfach viel zu Hause waren", berichtet Haslberger. Auffällig sei in diesem Zusammenhang auch ein Anstieg der Unterbringungen. Heißt: Mehr Menschen als üblich mussten von Polizeibeamten in Psychiatrien gebracht werden. "Etwa weil sie psychische Probleme hatten und eine Fremd- oder Selbstgefährdung bestand. Oft war hier auch Alkohol im Spiel", beschreibt der Polizeikommandant. 

Cybercrime: Betrugsmaschen mit Überweisungen ins Ausland sind schwer aufzuklären

Der Anstieg im Cybercrimebereich beträgt laut Haslberger rund 20 Prozent. Auch hier habe der Lockdown dazu beigetragen, dass sich Verbrechen ins Internet verlagert haben. Zu tun hatten es die Beamten mit betrügerischem Datenmissbrauch sowie mit Bestellbetrügereien. "Letztere können gut aufgeklärt werden", wie Haslberger weiß. "Aber wenn Menschen zu Überweisungen aufgefordert werden und diese ins Ausland gehen, dann sind auch uns Grenzen gesetzt", gesteht er. Hier werde bereits viel Präventionsarbeit geleistet. Aber immer wieder tappen Menschen in die Falle und schicken ihre Bankdaten weiter. "Man sollte bedenken: Keine seriöse Bank fragt übers Internet nach den Bankdaten", mahnt Haslberger zu mehr Vorsicht. 

13 Polizeibeamte 2020 angegriffen – und auch heuer ein Problem

Auffällig im Vorjahr sei zudem eine zunehmende Anzahl von Angriffen auf Polizeibeamte. 13 mal wurden 2020 Polizisten attackiert, 2019 "nur" fünf mal. Und diesen Anstieg bemerkt Haslberger auch im heurigen Jahr. "Jetzt in der Zeit vor Ostern kam es zu vermehrten Angriffen auf Beamte", berichtet er. "Die Leute sind unzufrieden. Viele wollen es nicht akzeptieren, daheim zu bleiben. Oft ist auch Alkohol im Spiel."

Eine enorme Steigerung an Fällen verzeichnet die Polizei im Sozialversicherungsbetrug, von einem Delikt im Jahr 2019 auf neun Delikte 2020. "Das hat den Grund, dass hier das Bundesministerium einen Schwerpunkt gesetzt hat", erklärt Haslberger. "Hier geht es darum, dass sich Personen Unterstützungen erschleichen oder Ansprüche wegfallen würden, aber keine Meldung gemacht wurde." 

Doppelt so viele Dealer aus dem Verkehr gezogen

Worauf Haslberger besonders stolz ist, ist die Arbeit der Rieder Polizei im Suchtmittelbereich. "29 Dealer konnten 2020 aus dem Verkehr gezogen werden", berichtet er. diese Zahl hat sich im Vergleich zu 2019 verdoppelt. "Hier haben wir unser Augenmerk verstärkt auf die großen Fische im Suchtgifthandel gelegt."

Insgesamt konnte die Rieder Polizei 2020 rund zwei Drittel aller Delikte klären. Das sind 65,9 Prozent und um 2,1 Prozent mehr als 2019.

Daten & Fakten: Kriminalitätsstatistik 2020 Bezirk Ried

Kriminaldelikte insgesamt: 2019: 2046, 2020: 1697 – Rückgang von 17,1 Prozent
Aufklärungsquote: 2019: 63,8 Prozent, 2020: 65,9 Prozent – Steigerung von 2,1 Prozent
Betretungsverbote: Steigerung von 10 Prozent gegenüber 2019
Cyberkriminalität: Steigerung von 20 Prozent gegenüber 2019
Angriffe auf Polizeibeamte: 2019: 5, 2020: 13
Suchtgifthandel: 2019: 14 Personen festgenommen, 2020: 29 Personen
Körperverletzung: 2019: 139 Fälle, 2020: 105 Fälle – Rückgang von 24 Prozent
Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser: 2019: 30, 2020: 25

Gewaltdelikte wie Körperverletzung oder Sachbeschädigung sind heuer zurückgegangen – "dank" Corona
Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger erläutert die Kriminalitätsstatistik 2020 für den Bezirk Ried.

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