Welt-Down-Syndrom-Tag: Ein Chromosom mehr - na und?

Familie Wagneder aus Taiskirchen war der Auslöser für Johanna Schlossers Projekt zum Welt-Down-Syndrom-Tag.
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BEZIRK. (ebe) Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom 3-fach vorhanden. Aus diesem einfachen Grund ist der 21. März seit dem Jahr 2006 offiziell zum Welt-Down-Syndrom-Tag erklärt worden. Und dieser findet auch im Bezirk Ried seine Unterstützer. Eine davon ist Fotografin Johanna Schlosser. Durch eine Fotoaktion hat sich der Kontakt zu Familie Wagneder aus Taiskirchen ergeben. Und mit Mama Isabella, Papa Thomas, Sophie und Ben nahm das Projekt seinen Lauf.

Mitten drin im Herzen

Ben ist im September 2015 mit Trisomie 21 geboren. Und als Johanna Schlosser mit ihrer Kamera die junge Familie in Taiskirchen besuchte, war sie erstaunt über die Stärke, die in der Familie zu spüren war. Eine Familie, die weiß, dass sie in Ordnung ist, so wie sie eben ist. "Ich möchte dazu beitragen, dass sich das Bild von Menschen mit Down-Syndrom in unserer Gesellschaft verbessert. Es liegt mir sehr am Herzen", so Schlosser. Sie will die Menschen wachrütteln. Und hat darum zum Welt-Down-Syndrom-Tag die Aktion "Mitten drin" ins Leben gerufen. "Mitten drin –weil für mich Menschen mit Trisomie21 nicht nur mitten drin im Herzen ihrer Familie sind, sondern auch mitten drin im Leben stehen." Dabei lädt sie Familien, die mit Trisomie 21 in Berührung sind, zu einem kostenlosen Fotoshooting ein. "Menschen mit Trisomie21 sind nicht krank oder ansteckend. Sie möchten das Gleiche wie wir: Akzeptanz und eine glückliche Zeit", so die Fotografin, die ihr Studio in St. Georgen bei Obernberg betreibt. "Ich will die Vielfalt und Einzigartigkeit eines jeden betonen. Und zeigen, wie bedeutend und bereichernd jeder von uns ist. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Emotionen und Persönlichkeiten."

Ansturm auf Shooting

Im ersten Jahr hat sie mit zwei, drei Leuten gerechnet. Der Termin war sofort ausgebucht. Heuer hat sie bereits zwei Termine angeboten, die ebenso voll gebucht sind. Sogar aus Wien reist heuer eine Familie an. Als dann die Anfrage vom Familiennetzwerk Down Syndrom kam, das Wochenende mit ihnen zu verbringen, war es für Schlosser selbstverständlich, zuzusagen. "Diese Arbeit ist eine Bereicherung für mich", so Schlosser. Auch Bens Mama, Isabella Wagneder, hat einen großen Wunsch: "Der Umgang mit unseren Kindern soll natürlich, ehrlich, aufgeschlossen sein. Ich mache keinen Unterschied zwischen Sophie und Ben. Ben braucht trotz Down-Syndrom keine besondere Behandlung. Und wer als Außenstehender das Gefühl hat, etwas über Trisomie21 wissen zu wollen, der soll über seinen Schatten springen und nachfragen, anstatt nur zu starren oder den Kopf einzustecken. Ich wünsche mir einen offenen Umgang mit dem Down-Syndrom."

www.familiennetzwerk-down-syndrom.at

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