Margit Angerer
"Wer gerne mit dem Fernglas unterwegs ist, durch den Wald streift oder nachts am Lagerfeuer sitzt, ist bei uns richtig!"

Margit Angerer bei der Überreichung des Ehrenzeichens durch Landeshauptmann Thomas Stelzer.
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  • Margit Angerer bei der Überreichung des Ehrenzeichens durch Landeshauptmann Thomas Stelzer.
  • Foto: Land OÖ/ Max Mayrhofer
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WALDZELL. Für ihre außergewöhnlichen Verdienste für die Jugend zeichnete Landeshauptmann Thomas Stelzer am 2. März die gebürtige Waldzellerin Margit Angerer mit einem Ehrenzeichen aus. Die BezirksRundschau hat mit der Stellvertretenden Bundesleiterin der Österreichischen Naturschutzjugend gesprochen. 

Frau Angerer, seit wann sind Sie Stellvertretende Bundesleiterin der Österreichischen Naturschutzjugend? 


Ich hatte diese Funktion das erste Mal von 2003 bis 2009, und nun wieder seit 2015. 
Im Vorstand der Landesgruppe Oberösterreich bin ich inzwischen seit etwa 15 Jahren als Stellvertreterin des Landesleiters.  Da ich seit meinem Studium in Wien lebe, habe ich dort 2017 ebenfalls eine Landesgruppe neu gegründet: Die Österreichische Naturschutzjugend – Landesgruppe Wien.

Was sind die Ziele und Aufgaben der Österreichischen Naturschutzjugend? 

Die Österreichische Naturschutzjugend ist eine parteiunabhängige, gemeinnützige Jugendorganisation, die für die Verbreitung des Natur- und Umweltschutzgedankens eintritt, die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen zu einem nachhaltigen Lebensstil forciert und aktiven Arten- und Biotopschutz betreibt. Unsere Aktionen beinhalten in erster Linie naturpädagogische Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, wie Naturerlebnistage, Exkursionen in Naturschutzgebiete und naturpädagogische Sommercamps, aber auch aktiven Naturschutz mit Kindern: vom Bau von Nistkästen oder Fledermauskästen über das Aufstellen von Amphibienschutzzäunen bis hin zu großen Biotoppflegeaktionen auf Feuchtwiesen und in Mooren. Unsere Kinder lernen Vogelarten zu bestimmen, Bäume zu erkennen und ökologische Zusammenhänge zu verstehen. Nur wenn ich die Natur um mich herum kenne, vermisse ich die Arten, die verschwinden. Durch den aktiven Naturschutz bekommen die Kinder und Jugendlichen ein Gefühl für Selbstwirksamkeit: wenn ein Vogelpaar in der Hecke brütet, die wir vor einem Jahr angepflanzt haben, oder wenn ein Vogel in meinen Nistkasten einzieht, sehe ich, dass mein Einsatz für die Natur zählt. Neben der pädagogischen Arbeit leistet die Naturschutzjugend auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von wertvollen Naturräumen. Mit Hilfe von Förderungen und Spenden haben wir schon viele wertvolle Flächen angekauft, darunter Moore, Feuchtwiesen und Auen, die wir professionell pflegen und für die Zukunft sichern. Beispiele sind das Kreuzerbauernmoor bei Fornach und das Gerlhamer Moor bei Seewalchen. Bemerkenswert ist, dass unsere Mitarbeiter in Oberösterreich fast ausschließlich ehrenamtlich tätig sind.

Was sind konkret Ihre Aufgaben?

In den letzten 20 Jahren, in denen ich für die Naturschutzjugend tätig bin, haben sich meine Aufgabenfelder immer wieder verändert. Am Anfang war ich mit der Leitung von Kindergruppen und der Organisation von Naturerlebnistagen und Sommercamps beschäftigt. Nach der Matura habe ich mich stärker mit der Vernetzung junger Naturschützer österreichweit beschäftigt und bundesweite Gruppenaktivitäten und Biotoppflegeeinsätze organisiert. In der Vorstandsfunktion sowohl im Bundesverband als auch in der Landesgruppe geht es vor allem um die Organisation und das Management unserer Finanzen, unserer Grundstücke, Ferialjobber, Homepage und allem, was ein Verein braucht, um modern oder gut strukturiert zu sein. Mein Schwerpunkt in den letzten fünf Jahren war aber die Implementierung einer hochqualitativen „Ausbildung für JugendleiterInnen auf Basis der Naturerlebnispädagogik“. Dazu habe ich einen Lehrplan entworfen und die umfassende Ausbildung von der "aufZAQ"-Stelle des Bundeskanzleramtes und der Landesjugendreferate zertifizieren lassen. Die Ausbildung, die sich in fünf Modulen über ein Kalenderjahr erstreckt, hat in den letzten Jahren vielen interessierten Naturliebhabern einen Zugang zur praktischen Naturerlebnispädagogik ermöglicht und neue Mitarbeiter für die Naturschutzjugend österreichweit gewinnen können. Der nächste Lehrgang findet 2021 statt und wird im Herbst auf unserer Homepage unter www.naturschutzjugend.at ausgeschrieben.

Wie viele Mitglieder hat die Österreichische Naturschutzjugend in Oberösterreich und im Bezirk Ried?
In Oberösterreich insgesamt sind es ungefähr 1000 Mitglieder, im Bezirk Ried gibt es hauptsächlich die aktive Gruppe in Waldzell, die von Fritz Burgstaller geleitet wird und über die ich damals als Kind selbst zur Naturschutzjugend gekommen bin. Diese Gruppe besteht zur Zeit aus rund 50 Kindern und Jugendlichen.

Was erwartet Jugendliche bei der ÖNJ?

Auf jeden Fall lustige und abenteuerliche Erlebnisse in der Natur. Wer gerne mit dem Fernglas unterwegs ist, Amphibien sucht, durch den Wald streift oder nachts gern am Lagerfeuer sitzt, ist bei uns richtig. Aber natürlich auch alle, die diese Erfahrungen noch nicht gemacht haben, und die Natur mit Freunden kennen lernen wollen. Wer das heuer im kleinen Rahmen an Nachmittagen ausprobieren will, hat ein gutes Jahr erwischt: die Gruppe Waldzell beteiligt sich am „Jahr des Kobernaußerwaldes“ und bietet in diesem Rahmen Aktionen für Kinder und Erwachsene. Ein Überblick ist unter www.kobernausserwald2020.at zu finden.

Autor:

Bernadette Wiesbauer aus Ried

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