Kindergarten St. Elisabeth Ried
Wirbel um Gartenfläche

Hier soll die zweite Grünfläche für den Kindergarten St. Elisabeth eingezäunt werden.
  • Hier soll die zweite Grünfläche für den Kindergarten St. Elisabeth eingezäunt werden.
  • Foto: BRS/ Wiesbauer
  • hochgeladen von Bernadette Wiesbauer

Die Stadt Ried plant, das Gebäude des Kindergartens St. Elisabeth am Kirchenplatz zu erwerben, abzureissen und hier einen neuen Kindergarten zu errichten.

RIED. Die vom Land geforderte Grünfläche deckt der bestehende Garten an der Promenade allerdings nicht ab.  So gibt es nach zwei erfolgten Gemeinderatsbeschlüssen konkrete Überlegungen, einen Teil der Grünfläche vor der Neuen Mittelschule Zwei für den Kindergarten einzuzäunen."Bei einer Vorbegutachtung hat das Land diese Grünfläche bereits akzeptiert", so Rieds Amtsleiter Peter Eckkrammer. Hier sollen neben Spielgeräten auch Toiletten für die Kinder und die Pädagogen sowie ein Geräteraum errichtet werden.

Entscheidung fällt im Herbst

Die Architekten Urmann Radler aus Linz konnten den bereits erfolgten Architektenwettbewerb für den Neubau gewinnen. "Die Entscheidung, ob das Gebäude nun tatsächlich von der Stadt gekauft und anschließend neu errichtet wird, fällt wahrscheinlich bei der Gemeinderatssitzung im Oktober. Bis dahin werden wir sämtliche Pläne genau vorbereiten", so Eckkrammer, dem die Erhaltung der bisherigen Standortes wichtig ist: " Es geht auch um Innenstadtbelebung. Außerdem hat sich dieser Kindergarten hier seit 170 Jahren etabliert. Es wäre doch schön, wenn es ihn weitere hundert Jahre gäbe!"
Das sehen auch die Pädagogen des Kindergartens so: "Die Erhaltung des bestehenden Standortes wäre für uns die beste Lösung. Wir sind der erste Kindergarten im Innviertel und möchten gerne hier bleiben. Der Weg zum Spielplatz ist für uns aus pädagogischer Sicht und auch aus Sicherheitssicht kein Problem. Es gibt einen Schutzweg und wir gehen auch über andere Straßen oft mit unseren Kindern spazieren", so die Kindergartenleiterin Katrin Steindl. "Wir feiern mit unseren Kindern viele traditionelle Feste. Bei uns gibt es zum Beispiel noch ein echtes Martinsfest, kein Lichterfest. Das ist als ehemaliger Pfarrkindergarten unser Steckenpferd und das wollen wir beibehalten", so die Kindergartenpädagogin Daniela Lausegger. Nachsatz: "Die Größe der geplanten Grünfläche würde für uns völlig ausreichen. Ein großer Garten ist für eine Kindergärtnerin wegen der Aufsichtspflicht nicht unbedingt ein Segen.  Ausserdem war ich selber in unserem Kindergarten und ich kann sagen: als Kind ist mir der Garten nie klein vorgekommen!"

Die Gegenseite

In Grenzen hält sich die Begeisterung allerdings bei Maria Perndorfer, Direktorin der Neuen Mittelschule zwei. "Der Spielplatz wäre direkt unter unseren Klassenzimmern. Jede zusätzliche Lärmquelle ist eine Belastung für unsere Schüler. Ausserdem handelt es sich um ein historisches Gebäude, das bereits an drei Seiten zugebaut ist. Eine weitere Veränderung würde mir nicht sehr gefallen!"
Gegen diese Lösung ist auch die SPÖ. "Hier fahren jeden Tag 20.000 Autos vorbei. Man müsste die Kinder mit einem Zaun einsperren wie in einen Käfig. Die Aufstockung des Roseggerkindergartens ist für uns die bessere Alternative. Dieser befindet sich nur 400 Meter Luftlinie entfernt und könnte um vier Gruppen erweitert werden", so SPÖ-Stadtrat Peter Stummer.

Fahrplan für die Zukunft

Was für Stummer generell in Ried fehlt ist ein Kindergartenkonzept: "Wir müssten einmal wissen, wie viele Gruppen oder Plätze für die Zukunft brauchen, damit das ganze planbar wird. Wir haben ein derartiges Konzept mehrmals gefordert und zugesichert bekommen, dass es eines gibt. Fakt ist aber, dass es keines gibt". Den vierseitige Aktenvermerk zum Thema "Infrastruktur Kinderbetreeungseinrichtung" sieht Stummer nicht als Konzept an. Der Verfasser, Amtsleiter Peter Eckkrammer, allerdings schon: "Ich habe dieses Konzept 2016 erstellt, da uns damals die Pfarre mitgeteilt hat, den Kindergarten nicht weiter betreiben zu können. In diesem Plan enthalten ist auch die Überlegung, den Roseggerkindergarten auszubauen. Da sich aber seither die Förderkulisse massiv geändert hat  – wir würden statt 66 Prozent nur mehr 20 Prozent gefördert gekommen – haben sich diese Pläne zerschlagen!" Zwischenzeitlich habe es laut Eckkrammer übrigens drei Bedarfserhebungen gegeben. "Aktuell findet jedes Kind aus Ried einen Kindergartenplatz. Wir brauchen aber eine weitere Gruppe als Spielraum. Bei den Krabbelgruppen bieten wir mit sechs Gruppen das größte Angebot in Oberösterreich, wollen die Gruppenzahl aber in Zukunft trotzdem verdoppeln!"

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