Peter Madritsch
„Die Schulbusse sind voll, aber kicken dürfen Kinder nicht“

Die Geduld von Peter Madritsch ist am Ende.
2Bilder
  • Die Geduld von Peter Madritsch ist am Ende.
  • Foto: Union Gurten
  • hochgeladen von Mario Friedl

Im Oktober des letzten Jahres fand das letzte Meisterschaftsspiel der Union Gurten statt. Seit diesem Zeitpunkt steht der Amateufußball de facto still. Bis dato sind nicht einmal Gruppentrainings möglich, die Frustration bei den Vereinsverantwortlichen und Spielern wird immer größer. Speziell im Nachwuchs sprechen Experten von einem verlorenen Jahrgang. Gurtens Trainer Peter Madritsch (46) spricht im Interview, stellvertretend für alle Amateurfußballer, über die aktuelle Situation.

Wie sehr fehlt Ihnen und den Spielern der Fußball?
Peter Madritsch: Mittlerweile ist die Gesamtsituation schon sehr zermürbend. Der Fußball fehlt an allen Ecken und Enden. Für alle Beteiligten ist es eine richtig schwierige und mentale Herausforderung.

Wie trainiert ihre Mannschaft zurzeit und wie kann man als Trainer die Motivation hochhalten?
Ich habe das Glück und das Privileg ein Team zu haben, das mit allem was auch kommt unglaublich gut umgeht. Das Team geht miteinander durch dick und dünn. Die Einstellung der Mannschaft ist grandios. Wir trainieren seit Jänner im Homeoffice und das ungefähr drei- bis fünfmal pro Woche. Die Spieler werden täglich in den Auswertungen gesteuert aber nie kontrolliert, das ist auch nicht nötig. Gelegentlich bauen wir Challenges ein, um zumindest ein bisschen Wettkampfcharakter in den Trainingsalltag zu bringen. Das lenkt kurzfristig von den Strapazen ab, die die Spieler tagtäglich auf sich nehmen. 

Der ÖFB hat einen offenen Brief an die österreichische Regierung geschrieben und es gibt auch eine Petition, in der gefordert wird, dass Kinder wieder die Möglichkeit bekommen zu trainieren. Wie frustrierend ist die Situation im Amateurfußball und speziell für den Nachwuchs?
Ehrlich gesagt ist es eine Katastrophe und in keinster Weise nachvollziehbar. Vereine mit Amateurstatus werden einfach ignoriert. Sie alle haben keine Kosten und Mühen gescheut, um alle Statuten im Bereich der Prävention - laut Vorgaben und mehr - zu erfüllen. Dann wurde alles stillgelegt und völlig ignoriert. Ein absolutes Chaos, was hier seitens der Regierung veranstaltet wurde. Noch schlimmer ist es beim Nachwuchs. Kinder dürfen in einem 50er Bus in die Schule fahren, aber trotz negativen Coronatest nicht trainieren. Nachvollziehbar ist das nicht mehr. Hier gehen Generationen verloren und die Vereine müssen tatenlos zusehen. Das muss ein Ende haben!

Wenn Sie Sportminister wären, wie würde Ihre Lösung aussehen?
Ich bin der Meinung, dass sehr viele Vereine super Konzepte erarbeitet haben. Diese wurden leider Gottes nicht einmal wahrgenommen. Lösungen gibt es hier einige. Ich würde mir aber zumindest meiner Verantwortung bewusst sein und mich darum kümmern, wofür ich zuständig bin.

Was glauben Sie, wann die Regionalliga wieder den Spielbetrieb aufnehmen kann?
Ich hoffe sehr bald. Allerdings sind unsere Regierungsverantwortlichen sehr schwer einzuschätzen.

Sie selber haben ebenfalls zwei Kinder die Fußballspielen. Wie halten sie sich fit?
Meine Jungs haben zum Glück das Privileg in Ried, also einem Profiverein, in der Akademie ihre Ausbildung genießen zu dürfen. Daher dürfen sie seit Jänner mit Testungen, Konzepten und so weiter trainieren.

Die Geduld von Peter Madritsch ist am Ende.
Florian Hirsch mit Cheftrainer Peter Madritsch (rechts).

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!


Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!




Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen