Handel in Ried
Weihnachtsgeschäft 2020: Kunden kauften wertiger ein

Die Weberzeile im Advent 2020: Einige Schutzmaßnahmen galt es einzuhalten.
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  • Die Weberzeile im Advent 2020: Einige Schutzmaßnahmen galt es einzuhalten.
  • Foto: Wolfgang Grilz
  • hochgeladen von Kathrin Schwendinger

Weihnachtszeit ist Haupteinkaufszeit. Und dass der zweite und dritte Corona-Lockdown 2020 in diese Zeit fielen, hat die Handelsbetriebe massiv getroffen. Dank der Treue der Kunden könnten viele aber mit einem blauen Auge davonkommen. 

BEZIRK RIED. "Wir sind vom Weihnachtsumsatz abhängig", sagt Rudolf Dobler-Strehle, Obmann des Vereins Rieder Wirtschaft und Geschäftsführer des Juweliergeschäfts Dobler-Strehle in Ried. Die Schließungen im November, Anfang Dezember und nach Weihnachten haben viele Betriebe in der Rieder Innenstadt vor enorme Herausforderungen gestellt. Vor allem die Mode- und Textilbranche leide darunter. "Die könnte wohl auf ihren saisonalen Waren sitzen bleiben", beschreibt Dobler-Strehle. 

Er selbst zieht eine zufriedenstellende Weihnachtsbilanz in seinem Juweliergeschäft. "Wir haben im Dezember den Vorjahresumsatz erreicht", sagt er. "Unser 'Glück' war, dass wir von 7. bis 24. Dezember offen haben konnten. Die Deutschen mussten ab 15. Dezember zusperren. Das ist ein wirtschaftliches Desaster", ist Dobler-Strehle überzeugt. 

Ihm zufolge haben die Kunden "wertiger" eingekauft. Die Durchschnittspreise, die bezahlt wurden, waren höher. Ähnliches berichtet auch Christoph Vormair, Center-Manager der Weberzeile in Ried: "Dadurch, dass nicht flaniert wurde und die Gastronomie geschlossen hatte, sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Vergleich zu den Vorjahren, allerdings kauften die Konsumentinnen und Konsumenten deutlich gezielter ein und der durchschnittliche Einkaufswert war höher als üblich." Die stärksten Einkaufstage in der Weberzeile waren der dritte und vierte Adventsamstag. Die Besucherströme liefen dabei sehr entspannt ab, wie Vormair sagt. 

Ausverkauf und Gutscheine einlösen verschieben sich

Das Bummeln zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest ist dieses Mal aufgrund des Lockdowns ab 28. Dezember ausgefallen. "Dieser Umsatz fehlt natürlich zur Gänze", sagt Vormair. In dieser Zeit werden normalerweise Gutscheine eingelöst oder Geschenke umgetauscht. Auch der Ausverkauf wäre gestartet. Speziell Modegeschäft machen in dieser Zeit hohe Umsätze. 

Trotzdem optimistisch: "Treue der Innviertler spürbar" 

Dennoch gehen die Händler der Weberzeile optimistisch ins neue Jahr: "Was uns besonders zuversichtlich stimmt, ist, dass nach wie vor eine enorme Treue und starke Solidarität der Innviertlerinnen und Innviertler mit den stationären Händlern in der Region spürbar ist", sagt Vormair. Und auch Dobler-Strehler erklärt: "Nicht Touristen kaufen bei uns ein, sondern Stammkunden." Kundenpflege das ganze Jahr über trage deshalb genau in solchen Krisen-Situationen Früchte.

Gastronomie und Handel gehen Hand in Hand

"Insgesamt zehneinhalb Wochen waren die Geschäfte 2020 geschlossen. Das ist nicht so leicht aufzuholen", ist Vormair überzeugt. Aber in Zeiten, in denen die Shops und Gastronomen offen haben, waren die Umsätze gut. Das bestätigt auch Dobler-Strehle: "Ich habe gleich nach dem ersten Lockdown die Erfahrung gemacht, dass sich im Mai, Juni, Juli und August die Umsätze verhältnismäßig schnell wieder auf Normalniveau eingespielt haben. Deswegen bin ich auch jetzt optimistisch. Aber niemand weiß, was kommt. Uns allen fehlt die Planungssicherheit."

Für den Juwelierfachmann ist eines klar: "Wenn wir aufsperren, dann müssen auch die Gastronomen aufsperren. Im Frühjahr waren wir 14 Tage früher dran. Das hätten wir uns sparen können. Erst als die Kaffeehäuser offen hatten, hatten wir auch wieder Frequenz. Gastronomie und Handel gehen einfach Hand in Hand."

Rasches Umdenken war gefragt: Click & Collect in der Weberzeile

Viele regionalen Händler setzten in den Zeiten des Lockdowns auf ihre Onlineshops. Aber nicht nur das. In der Weberzeile etwa Geschäfte, wie Media Markt, Thalia und Kastner & Öhler auf Click & Collect umgestellt. Heißt: "So kann man online bestellen und die Ware ganz einfach beim jeweiligen Shop abholen. Das geht deutlich schneller als im reinen Onlineshop", erklärt Center-Manager Vormair.

Die Weberzeile im Advent 2020: Einige Schutzmaßnahmen galt es einzuhalten.
In der Weberzeile Ried waren die stärksten Einkaufstage im Dezember 2020 der dritte und der vierte Adventsamstag. (Foto vor aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen aufgenommen)

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