13.04.2017, 13:58 Uhr

Allergie-Saison: Pollen sind wieder unterwegs

Bereits jeder fünfte Österreicher leidet unter allergischen Symptomen, wie tränende Augen und eine laufende Nase. (Foto: Kzenon/panthermedia)
BEZIRK. Die Nase rinnt, die Augen tränen – klassische Symptome, wie sie bei Schnupfen auftreten. Nicht immer ist es aber ein klassischer Schnupfen. Immer öfter ist die Ursache eine Allergie. "Jeder fünfte Österreicher leidet unter allergischen Symptomen und es werden immer mehr", weiß Primar Dominik Wild vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Während man bei Hautreaktionen durch Kontaktallergien, zum Beispiel gegen Modeschmuck, Reinigungsmittel oder Duftstoffe in Cremen, oft den Auslöser meiden kann, ist das bei der Atemluft nicht gut möglich.
Wild leitet die HNO-Abteilung im Rieder Krankenhaus. Er warnt davor, allergische Reaktionen auf die leichte Schulter zu nehmen: „Mit Augen- und Nasentropfen kann man zwar die Symptome bekämpfen, aber auf Dauer hilft nur eine Therapie gegen die Überreaktion des Immunsystems.“ Denn was mit Niesen beginnt, entwickelt sich über Nasen- und Schleimhautentzündungen bei jedem dritten Betroffenen binnen mehrerer Jahre zu chronischem Asthma. In der Heizsaison wirkt sich die Hausstaubmilben-Allergie besonders krass aus. Wenn die Schleimhäute trocken sind, reagieren sie noch sensibler auf Reize.

Hilfe für Allergiker

Der Prick-Test am Unterarm bestätigt schon nach wenigen Minuten, welches die Auslöser der lästigen Symptome sind. Zusätzlich wird oft auch eine Blutprobe im Labor zur endgültigen Bestätigung im RAST-Test analysiert.

Eine gute Behandlungsmöglichkeit ist die Hyposensibilisierungstherapie: "Dabei wird der Körper immer wieder mit den Allergenen konfrontiert, bis er sich daran gewöhnt und nicht mehr jedes Mal Alarm schlägt", so der Primar. Die hochgereinigten und extrem niedrig dosierten Stoffe können als Tablette verordnet werden, aber Wild warnt: „Die Gräsertablette müssen drei Jahre lang täglich eingenommen werden. Viele Leute vergessen irgendwann darauf und eine Besserung ist nicht in Sicht.“
Alternativ gibt es die Injektionskur. Anfangs wöchentlich, dann in immer größeren Abständen wird der Körper an das Allergen gewöhnt. Wenn die Allergie weniger als fünf Jahre andauerte, ist die Besserungschance sehr hoch. Bereits im ersten Frühling ist die Verbesserung spürbar, nach drei Jahren ist fast nichts mehr zu merken.
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