04.11.2016, 09:06 Uhr

Ein Mobbingopfer erzählt

Mobbing findet täglich mitten unter uns statt, in Unternehmen aber auch in Schulen. (Foto: WavebreakMediamicro/Fotolia)

Von beschädigten Reifen bis zu verbalen Beschimpfungen: Mobbing ist alltäglich, auch in Rieder Unternehmen.

BEZIRK (ebe, isha). "Ich mache meine Arbeit wirklich sehr gerne. Doch alle Versuche, mich im Team zu integrieren, scheitern. Täglich werde ich auf sehr persönliche Weise angemotzt", berichtet ein Mobbingopfer aus dem Bezirk Ried. Fälle wie jener dieser jungen Frau passieren häufig. Nach einer kurzen Rücksprache mit der Betriebsleitung war es für knapp eine Woche ruhig. Für die Betroffene eine enorme Entlastung. Nach den verbalen Übergriffen folgten Sachschäden beim Auto. Die psychische Belastung ist groß. "Ich habe Angst davor, in die Arbeit zu gehen", so die junge Frau.

Mobbingopfer vernetzen
Mobbing ist Psychoterror mit dem Ziel, Personen hinauszuekeln. Es bedeutet, Menschen wiederholt zu schikanieren und auszugrenzen. Betroffene befinden sich in Sackgassen, sehen keine Auswege und Handlungsmöglichkeiten. Eine Expertin in Sachen Mobbing ist Romana Fischer. Die Mentaltrainerin leitet seit einem Jahr die Gruppe "Selbsthilfe Mobbing – OÖ Innviertel". "Mobbing findet meist in Situationen statt, die man nicht leicht verlassen kann. Aus einem Verein kann ich austreten. Meine Arbeit zu wechseln, geht nicht so einfach", weiß Fischer. Ihr Ziel ist es, mobbing-erfahrene Menschen zu vernetzen. "Die Gruppe ist offen, jeder kann kommen. Man kann sich einbringen, wie man möchte und muss den Arbeitsplatz nicht erwähnen", so Fischer. Wichtig ist laut ihr der Dialog in der Gruppe. Dieses Gespräch biete gegenseitige Unterstützung, denn "man schämt sich und hat auch den Druck, dass man nichts sagen darf". Das Befreiende sei, dass einen jemand verstehe.
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